Pentagon veröffentlicht sechste Tranche der US-UFO-Akten
Washington (USA) – Seit Anfang Mai 2026 veröffentlicht das US-Kriegsministerium auf Anweisung von US-Präsident Donald Trump tranchenweise UFO-Akten unterschiedlicher US-Regierungsbehörden, des Militärs und der Geheimdienste. Heute wurde die sechste dieser Tranchen veröffentlicht.

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Inhalt
Während Trump und das Kriegsministerium (Department of War, DOW) zuvor „bislang ungesehene Akten und Beweise zu UFOs und außerirdischem Leben“ angekündigt hatten, die über das eigens dafür eingerichtete präsidiale System zur Veröffentlichung von UAP-Begegnungen (Presidential Unsealing and Reporting System for UAP Encounters) veröffentlicht werden sollen (…GreWi berichtete 1, 2, 3, 4, 5, 6), bleiben auch die nun veröffentlichten Akten von „Release #06“ diese Beweise weiterhin schuldig.
Was steht in den „neuen“ Akten?
Insgesamt handelt es sich aktuell um 71 Akteneinheiten, die sowohl vom DOW selbst, wie auch von „örtlichen Strafverfolgungsbehörden“.
Einmal mehr finden sich in den Akten auch historische Dokumente – dieses Mal hauptsächlich zu Fällen aus den bereits jedoch schon seit Jahrzehnten veröffentlichten Akten von „Project Blue Book“. Ein Hauptaugenmerk liegt hier unter anderem auf den bereits seit Jahrzehnten veröffentlichten(!) kontrovers diskutierten Aufnahmen eines Kameramanns der US Air Force von Tremonton in Utah 1952. Zu diesen Akten schreibt PURSUE:
„Dieses Dokument hält die Untersuchung des Projekts Blue Book und die anschließenden Bewertungen eines Vorfalls in der Nähe von Tremonton, Utah, am 2. Juli 1952 fest. Project Blue Book war ein Programm der US Air Force von 1952 bis 1969 zur Untersuchung der Natur und des Ursprungs unidentifizierter fliegender Objekte (UFOs). Die Akte beschreibt die Einschätzung der Air Force hinsichtlich des Hauptzeugen, Delbert C. Newhouse, eines auf Fotografie spezialisierten Warrant Officers der US Navy, als ehrlich und zuverlässig sowie als Experten mit mehr als 1.000 Stunden Erfahrung in der Luftbildfotografie. Newhouse berichtete, 12 bis 14 reflektierende Objekte beobachtet zu haben, und hielt das Ereignis mit einer handgehaltenen Bell & Howell Auto Master-Kamera auf Farbkinofilm fest.
Die Akte spiegelt über mehrere Jahre hinweg eine sich entwickelnde Einschätzung der Air Force zu den Aufnahmen wider. In frühen Dokumentationen wurden mehrere mögliche Erklärungen in Betracht gezogen, darunter von Vögeln oder Ballons reflektiertes Sonnenlicht sowie ein Mirage-Effekt, ohne die Objekte eindeutig zu identifizieren. Spätere Einschätzungen wurden zuversichtlicher dahingehend, dass es sich bei den Objekten um Sonnenlicht reflektierende Seevögel handelte, wobei auf identifizierbare Seevögel sowie auf ähnliche Filme verwiesen wurde, die unter vergleichbaren Bedingungen Seevögel als helle Lichtpunkte zeigen. Die begrenzten Details des Films und das Fehlen fester Bezugspunkte verhinderten jedoch eine zuverlässige Bestimmung der Entfernung, Größe, Flughöhe oder linearen Geschwindigkeit der Objekte allein anhand des Films.“
Auch Teil der sechsten Tranche ist ein Audiomitschnitt eines Vortrages von Captain Edward J. Ruppelt aus dem März 1952, in dem dieser die neu organisierte Untersuchung der US Air Force zu unidentifizierten fliegenden Objekten (UFOs) erläutert.
Der Vortrag gibt einen Ausblick auf geplante technische Methoden wie die Fotografie mit Beugungsgittern und die Synchronisierung mit Radarschirmaufzeichnungen, die anschließend in „Blue Book“ übernommen wurden. In seinem Vortrag erklärte Ruppelt, dass von den damals etwa 800 historischen Fällen, die von der Air Force überprüft wurden, nach der technischen Analyse etwa 20 % ungeklärt blieben. Diese ungelösten Berichte stammten von glaubwürdigen Militärangehörigen, Verkehrspiloten und anderen qualifizierten technischen Beobachtern. Zudem hebt Ruppelt geografische Konzentrationen von Meldungen in der Umgebung sensibler Einrichtungen der nationalen Sicherheit und von Anlagen für Nuklearwaffen hervor, darunter die National Laboratories in Los Alamos, Albuquerque und Oak Ridge, und weist auf wiederkehrende anomale Merkmale hin, darunter lautloser Flug mit hoher Geschwindigkeit sowie Radarerfassungen, die auf nicht bestätigte Fluggeschwindigkeiten zwischen 1.000 und 3.500 Meilen pro Stunde hindeuteten. Ruppelt betont, dass die Air Force keine schlüssigen Beweise hinsichtlich der Natur oder des Ursprungs der Phänomene gefunden habe. Zugleich unterstreicht er die Notwendigkeit einer systematischen Sammlung physischer Daten aus Gründen der nationalen Sicherheit, um diese Sichtungen besser bewerten zu können.
AAWSAP-Berichte
Ein weiterer Großteil der sechsten Tranche sind administrative Akten des „Advanced Aerospace Weapon System Applications Program“ (AAWSAP), einem von der Defense Intelligence Agency (DIA) verwalteten Programms, das von 2008 bis 2012 aktiv war. Der offizielle Arbeitsumfang von AAWSAP umfasste 12 technische Forschungsbereiche im Zusammenhang mit potenziellen Bedrohungen aus dem Bereich der Luft- und Raumfahrt über einen Zeitraum von mehr als 40 Jahren. Allerdings: Auch diese Berichte waren schon 2019 veröffentlicht worden (…GreWi berichtete).
Zu den Akten schreibt PURSUE:
„Diese ‚Statement of Objectives‘ vom Juli 2008 definiert AAWSAP als eine durch Auftragnehmer unterstützte Forschungsmaßnahme, die darauf ausgerichtet war, langfristige ausländische Bedrohungen aus dem Bereich der Luft- und Raumfahrt zu bewerten, indem die Physik und Ingenieurwissenschaften möglicher technologischer Durchbrüche bis zum Jahr 2050 untersucht werden, anstatt von den zu diesem Zeitpunkt aktuellen Entwicklungen in der Luft- und Raumfahrt auszugehen und diese fortzuschreiben. Das Dokument benennt zwölf technische Untersuchungsbereiche, darunter Auftrieb, Antrieb, Steuerung, Energieerzeugung, räumliche oder zeitliche Translation, Materialien, Konfiguration und Struktur, Signaturreduzierung, Mensch-Maschine-Schnittstelle, Auswirkungen auf den Menschen, Bewaffnung sowie damit verbundene unterstützende Themen. Das Dokument legt außerdem die vorgesehene Arbeitsstruktur des Programms fest. Dazu gehören monatliche Statusberichte, Programmmanagementpläne für die einzelnen technischen Bereiche innerhalb von 60 Tagen, umfassende Forschungsberichte und Präsentationen bis zum zehnten Monat sowie eine abschließende integrierte Bedrohungsbewertung.“
Berichte lokaler Polizeibeamter und 14 neue UFO-Videos
Insgesamt vier Akteneinheiten stammen von örtlichen Strafverfolgungsbehörden, also von Polizeibeamten, die lokalen UFO-Meldungen nachgegangen waren und dabei die gemeldeten Objekte selbst filmen konnten. Allerdings zeigen die Aufnahmen lediglich wenig aussagekräftige kleine Lichtpunkte am Nachthimmel.
Mit den neuen Akten wurden auch 14 bislang unveröffentlichte Videos unidentifizierter Flugobjekte veröffentlicht, die mehrheitlich von US-amerikanischen Aufklärungsplattformen an unterschiedlichen Einsatzorten rund um den Globus zwischen 2022 und 2025 gefilmt wurden. Leider wurden auch sämtliche dieser Videos von den eigentlich interessanten und für eine unabhängige Bewertung notwendigen Metadaten durch Schwärzungen bereinigt.
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Gemeinsam mit einer wissenschaftlichen Begleitung, Einordnung und Kommentierung fehlen auch diesen Aufnahmen also einmal mehr jene Informationen, anhand derer sie von unabhängigen Forschenden, Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen überprüft werden könnten.
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Recherchequellen: US Gov., DOW, PURSUE
© grewi.de
