Tranche #07 der US-UFO-Akten offenbart hist. UFO-Sichtung über Berlin-Tempelhof
Washington (USA) – Das US-Kriegsministerium hat die siebte Tranche seiner UFO-Akten veröffentlicht. Während dieses Mal keine neuen UFO-Videos enthalten sind, findet sich in den Akten unter anderem eine bislang unbekannte historische UFO-Sichtung nahe dem einstigen Flughafen Berlin-Tempelhof sowie Dokumente zu Bergungsprogrammen, UFO-Sichtungen durch FBI-Personal und staatlichen Untersuchungen.

Quelle: US Gov./DOW/PURSUE
Inhalt
Übersicht
Insgesamt besteht die am 23. Oktober 2026 veröffentlichte siebte Tranche aus 28 Akteneinheiten. Alleine 25 davon stammen aus den Beständen des US-Verteidigungs- bzw. Kriegsministeriums selbst. Jeweils Einzelakten stammen vom sogenannten „Executive Office of the President“ (EOP), zudem vom berühmten Inlandsgeheimdienst FBI und eine letzte wird allgemein nur als von der „US‑Regierung“ stammend ausgewiesen.
Historische UFO-Sichtung in den neuen PRUSUE-Akten
Der Großteil der siebten Aktentranche besteht aus besagten 25 Akten des US-Kriegsministeriums, die sich in historische Aktenbestände und einige Akten jüngeren Datums (nach 2000) aufteilen.
Wie schon in früheren Veröffentlichungen im Rahmen des „Presidential Unsealing and Reporting System for UAP Encounters“-Programms (PURSUE) handelt es sich auch bei den meisten der jetzigen historischen Akten um neu eingescannte Versionen von bereits seit Jahrzehnten über die US-Nationalarchive veröffentlichten historischen US‑Akten. Die Mehrheit davon stammt aus dem Bestand von „Project Blue Book“, einer der ersten systematischen Untersuchungen von UFO-Sichtungen (vornehmlich durch US-Militär- und Geheimdienstmitarbeiter) durch die US Air Force in den 1940er bis -70er Jahren. In der nun veröffentlichten siebten PURSUE-Tranche finden sich unter anderem bekannte Blue-Book-Fälle zu UFO-Sichtungen über Catalina Island vor Kalifornien in den 1940er- und 50er-Jahren.
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Andere Fälle, wie die Sichtung einer metallenen und hell-leuchtenden Kugel durch einen italienischen Professor im November 1953 nahe Sassari, suchte man in den veröffentlichten Blue-Book-Akten bislang vergebens.
Bislang unbekannte historische Sichtung über Berlin-Tempelhof 1953
Zu diesen bislang unbekannten Fällen in Tranche #07 gehört auch eine historische Akte zu einer Sichtung, die aus den Log-Einträgen der Flugkontrollaufsicht auf dem ehemaligen Flughafen Berlin-Tempelhof stammt, der auch von der UA‑Air-Force als „Tempelhof Air Base“ genutzt wurde (siehe Titelabb.). Die Akte schildert Beobachtungen durch Piloten einer DC-3-Maschine der British European Airways vom 11. August 1953.

Copyright: US Gov./DOW/PURSUE, USAF
Der Pilot beschrieb damals, dass „etwa eine Meile vor seinem Flugzeug ‚rote Raketen‘ abgefeuert worden seien“, während er sich auf dem Anflug zum Flughafen Tempelhof über den Mittelkorridor befand. Weiter heißt es, dass auch der Pilot einer zweiten DC-3 der British European Airways später ein ortsfestes, rot gefärbtes Licht etwa 20 Meilen [ca. 32 km] westlich von Genthin (damals Sowjet-Zone) in einer Höhe von ungefähr 5.000 Fuß [ca. 1,52 km] gemeldet habe. Der Bericht vermerkt außerdem, dass das British Berlin Air Safety Center mitteilte, sowjetische Behörden hätten das gemeldete rote Licht ebenfalls untersucht, es sich aber ebensowenig erklären können. Ein späterer Pilot von Pan American meldete hingegen, beim Durchfliegen desselben Gebiets kein entsprechendes Licht und keine entsprechenden Aktivitäten beobachtet zu haben.
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Verschollene Blue-Book-Akten?
GreWi-Herausgeber und Sachbuchautor Andreas Müller (Autor dieses Artikels) erforscht seit Jahren Deutschlands UFO-Akten und publiziert diese Ergebnisse in seiner gleichnamigen Buchreihe. Aktuell arbeitet Müller am Abschluss des dritten Bandes dieser Reihe, der sich konkret den deutschen (sowie österreichischen und Schweizer) Fällen in den Blue-Book-Akten widmen wird.
Während die Tempelhof-Beobachtungen im August 1953 zwar allgemein ungeklärt bleiben, sei weniger der Inhalt der Akte selbst, sondern der Umstand interessant, dass die Akte bislang nicht bekannt war, erläutert der Autor.
„In den bislang veröffentlichten Akten von Project Blue Book sucht man diese Akte vergeblich. Das ist umso interessanter, als der Bericht mittels eines Formulars erstellt wurde, das eigentlich (auch) typisch für die Übermittlung genau solcher Sichtungen an Blue Book war.“ Deshalb vermutet Müller, dass auch dieser Fall ursprünglich aus den Blue-Book-Akten stammt.
Grundlage dieser Vermutung ist der Fall der Sichtung des Professors in Italien: Während man auch nach den Stichworten dieser Akten im Blue-Book-Archiv der National Archives zunächst vergeblich sucht, fand der UFO-Historiker Jeff Knox deren nur schwer leserliche Vorlage dennoch in den Blue-Book-Akten. Allerdings wurde das Originaldokument damals derart schlecht eingescannt, dass die automatische Worterkennung diese offenbar nicht identifizieren kann. Tatsächlich gibt es in den Blue-Book-Akten eine große Anzahl an größtenteils bis vollständig unleserlichen Scans und Kopien.

Quelle: US Gov./NatArchives/DOW/PURSUE
Knox wie Müller vermuten, dass es sich ähnlich auch im Fall der „neuen“ Tempelhof-Akte zu den Sichtungen am 11. August 1953 verhalten dürfte. Eine direkte Suche ist aufwendig, schließlich umfasst das gesamte Blue-Book-Archiv am US-Nationalarchiv mehr als 10.000 Akteneinheiten mit teils jeweils dutzenden bis hunderten Seiten Inhalt. Was bleibt, ist die Erkenntnis, dass vielleicht noch so einige bislang übersehene Erkenntnisse und Daten in historischen Archiven schlummern, obwohl diese bereits veröffentlicht wurden.
Frühe Bergungsprogramme für „ausländische Materialien“
Die in der siebten PURSUE-Tranche veröffentlichten Akten USG-UAP-D002 und EOP-UAP-D002 dokumentieren Überlegungen der US-Regierung aus den frühen 1960er Jahren zur Bergung, Untersuchung und Verwahrung von US-amerikanischen, ausländischen und vornehmlich sowjetischen Weltraumtrümmern. Dabei ging es unter anderem um die Frage der Zuständigkeiten von Verteidigungsministerium, NASA, Außenministerium und Atomenergiebehörde. Insbesondere sollte die NASA als zivile Raumfahrtbehörde dazu genutzt werden, im Ausland geborgene Weltraumkomponenten diskret zu sichern und sensible Technologien vor dem Zugriff anderer Staaten zu schützen. Ein entsprechender Vorschlag stieß bei NASA-Vertretern allerdings auf deutliche Ablehnung.
Während ein unmittelbarer UFO-/UAP-Bezug in den beiden Dokumenten nicht erkennbar ist, dürfte die Akte allerdings im Kontext heutiger Debatten über mutmaßliche geheime UFO-Bergungs- und Rückentwicklungsprogramme interessant sein. UFO-Whistleblower wie David Grusch und zuletzt auch Jay Stratton in seinem Buch „Out of the Shadows“ haben von solchen Programmen berichtet, bislang aber keine handfesten Be- und Hinweise vorgelegt (…GreWi berichtete).
Neuere Akten des Pentagons
Zu den neueren Akten des Dept. of War (DOW) in der 7. Tranche, also Akten aus den Jahren nach 2000, gehören unter anderem nachgereichte Akten zum Forschungsprogramm „Advanced Aerospace Weapon System Applications Program“ (AAWSAP), das von 2008 bis 2012 unter dem Dach der Defense Intelligence Agency (DIA) lief und vornehmlich von dem zivilen Auftragnehmer „Bigelow Aerospace Advanced Space Studies“ (BAASS) ausgeführt wurde. Zu diesen Untersuchungen und Übersichtsartikeln waren schon in der vorigen 6. Tranche Akten veröffentlicht worden.
Eine der nun veröffentlichten AAWASAP-Akten (DOW-UAP-D174) beinhaltet Untersuchungen der hier nur als „Utah Ranch“ bezeichneten und aus der gleichnamigen geskripteten US-Doku-Serie „Skinwalker Ranch“ im April 2010.

Quelle: US Gov./Public Domain
Teil der AAWSAP/BAAS-Akten ist auch die ebenfalls bereits bekannte eidesstattliche Aussage des (in der Akte noch anonymisierten) Pressesprechers der Roswell Army Air Base in New Mexico zur Zeit des legendären Roswell-Absturzes 1947, Walter G. Haut (1922–2005, s. Abb.).
Haut schildert darin unter anderem, er habe 1947 ein ungewöhnliches, eiförmiges Objekt in einem bewachten Hangar sowie zwei Körper unter einer Plane gesehen. Außerdem beschreibt er ungewöhnliche Trümmerteile und behauptet, Major Jesse Marcel habe ihm von einem Austausch der ursprünglichen Trümmer gegen Überreste eines Wetterballons und eines Radardrachens berichtet. Die Erklärung wurde erst nach Hauts Tod öffentlich bekannt. Sie ist eine rückblickende Zeugenaussage, die rund 55 Jahre nach den beschriebenen Ereignissen verfasst wurde. Hauts Angaben sind nicht mit einem unabhängig bestätigten Nachweis eines außerirdischen Fluggeräts gleichzusetzen. Kritiker verweisen zudem auf Berichte über frühere öffentliche Aussagen Hauts, die seiner Darstellung in der Erklärung teilweise widersprechen sollen.
Weitere AAWSAP/BAAS-Akten in der 7. Tranche:
Eine neue X-Akte des FBI
Die veröffentlichte UFO-Akte des FBI befasst sich hingegen mit dem Interview mit zwei FBI-Agenten aus dem Jahr 2026, die ein dreieckiges unidentifiziertes Flugobjekt über einer namentlich nicht genannten sicherheitsrelevanten Einrichtung (vermutlich innerhalb der USA) beobachtet hatten.
Der teilweise zensierte Bericht geht allerdings mit Fotos einher, auf denen die Zeugen ihre Sichtung offenbar zeichnerisch rekonstruiert haben. Wenn diese Fotos tatsächlich den Sichtungsort zeigen, so dürfte sich das Ereignis zumindest (ganz grob eingeordnet) irgendwo im Südwesten der USA abgespielt haben.

Quelle: US Gov./NatArchives/DOW/PURSUE
Laut den verbliebenen Textstellen fand die Sichtung in der Abenddämmerung statt und erfolgte infolge der Detektion der erhöhten Wärmeabstrahlung des Objekts:
„Wir begannen mit einer visuellen Untersuchung des westlichen Horizonts und beobachteten fast unmittelbar ein großes, nicht reflektierendes, tiefschwarzes, dreieckiges Objekt, das am ehesten einer Drohne mit Deltaflügel ähnelte. Wir schätzten die Spannweite des Objekts auf ungefähr neun bis fünfzehn Fuß, seine Tiefe auf sechs bis neun Fuß und seine Dicke auf ein bis zwei Fuß. Ich betrachtete das Objekt mit einem tragbaren Wärmebildgerät und stellte fest, dass es wärmer als die Umgebungstemperatur zu sein schien. Über die gesamte Flugzeugzelle hinweg zeigte es eine vollständig gleichmäßige Wärmesignatur. Sichtbare Abgase waren nicht vorhanden. Währenddessen verfolgte [Name geschwärzt] das Objekt während der gesamten Beobachtung ohne technische Hilfsmittel.“ Später beobachteten dann beide Zeugen „wie das Objekt senkrecht über eine Bergkamm-Linie aufstieg, die sich ungefähr 3 [unleserlich] Meilen westlich unseres Standorts befand (…). Das Objekt stieg auf ungefähr [unleserlich] Fuß über die Bergkamm-Linie auf, mit [unleserlich] Geschwindigkeit, wobei es sich unserer Position näherte, bevor es südöstlich in [unleserlich] entlang [unleserlich] absank. Anschließend wechselte das Objekt von einem senkrechten zu einem horizontalen Flug bei einer sehr beträchtlichen [unleserlich]. Wir verloren den Sichtkontakt, während das Objekt entlang dieser [unleserlich] flog, in einer geschätzten Entfernung von etwa 1,5 Meilen [ca. 2,41 km] von unserer Position. Die gesamte Dauer der Beobachtung betrug ungefähr drei Sekunden. Während der gesamten Beobachtung stellten weder [Name geschwärzt] noch ich irgendwelche Geräusche fest, die von dem unbemannten Luftfahrtsystem ausgingen.“ Siehe dazu auch eine weitere, in der siebten Tranche veröffentlichte Akte des DOW.
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Recherchequelle: US Gov./DOW/PURSUE
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