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Tetelihtic – Archäologen bestätigen erstes vorspanisches Sonnenobservatorium in Mittelamerika

Teteles de Ávila Castillo (Mexiko) – Neue Analysen der archäologischen Fundstätte Teteles de Ávila Castillo bestätigen die Nutzung von rund 2.500 Jahre alten Pyramidenstrukturen von Tetelihtic als vorspanisches Sonnenobservatorium. Damit handelt es sich um den bislang einzigen und ältesten astronomischen Komplex dieser Art außerhalb des alten Maya-Gebiets.

Blick auf den westlichen Pyramidenbau während der Frühlings-Tagundnachtgleiche.
Copyright/Quelle: Alberto Diez Barroso Repizo, INAH
Blick auf den westlichen Pyramidenbau während der Frühlings-Tagundnachtgleiche.
Copyright/Quelle: Alberto Diez Barroso Repizo, INAH

In der gleichnamigen Gemeinde in der nördlichen Sierra des mexikanischen Bundesstaates Puebla gelegen, galt die antike Siedlung schon zuvor als herausragendes Beispiel für indigene Stadtplanung aus der Zeit vor der Eroberung des heutigen Mexikos durch die Spanier.

Wie das mexikanische Nationale Institut für Anthropologie und Geschichte (INAH) aktuell berichtet, belegen nun neue vergleichende Analysen, dass der auch als Tetelihtic bezeichnete „Siedlungskomplex Gruppe E“ in Teteles de Ávila Castillo schon vor mehr als 2.500 Jahren als astronomisches Sonnenobservatorium genutzt wurde. Derartige Anlagen waren bislang in Mesoamerika und außerhalb des alten Maya-Gebiets unbekannt. Die nun nachgewiesene Anlage sei in ihrer Art am ehesten mit ähnlichen Bauwerken der Uaxactún zu vergleichen.

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Astronomisches Wissen in Stein

Laut dem Archäologie-Team um Alberto Diez Barroso Repizo belegt die Ausrichtung der pyramidenartigen Plattformen von Tetelihtic astronomische Kenntnisse, die neue Erkenntnisse über die kulturellen Beziehungen zwischen den Huasteken und den Maya zu Beginn der Besiedlung der nördlichen Sierra erlauben.

„Die Architektur von Teteles de Ávila Castillo erzählt uns von Gesellschaften, die astronomisches Wissen entwickelten und es in die Organisation ihrer zeremoniellen Räume einfließen ließen“, unterstrich die mexikanische Kulturministerin Claudia Curiel de Icaza die Bedeutung der Anlage bei der jüngsten Präsentation der Forschungsergebnisse. „Die Forschungen des INAH ermöglichen es, die Tiefe dieses Wissens und seine Entwicklung in verschiedenen Regionen Mesoamerikas zu verstehen. Diese wissenschaftlichen Fähigkeiten anzuerkennen, bedeutet auch, einen grundlegenden Teil unserer Geschichte anzuerkennen.“

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Laut Diez Barroso und Team wurde die Anlage anhand der Beobachtung der umliegenden Landschaft – etwa der Berge der Sierra – und des astronomischen Horizonts angelegt. Daher werde sie „zu einem wichtigen Bezugspunkt für mesoamerikanische Studien auf diesem Gebiet werden“.

Grafische Rekonstruktion von Tetelihtic (Illu.).
Copyright/Quelle: Alberto Diez Barroso Repizo, INAH
Grafische Rekonstruktion von Tetelihtic (Illu.).

Copyright/Quelle: Alberto Diez Barroso Repizo, INAH

Die Gruppe E von Tetelihtic liegt östlich der Großen Plaza des zeremoniellen Bezirks. Sie besteht aus einem viereckigen Hof, der an seinen östlichen und westlichen Enden von zwei pyramidenartigen Plattformbauten flankiert wird. Der erste ist länglich (90 m von Süden nach Norden und 40 m von Osten nach Westen), während die westliche Struktur kleiner ist (46 m von Norden nach Süden und 27 m von Osten nach Westen) und offenbar als Beobachtungspunkt diente.

Der Grundriss dieser Anlage sei identisch mit dem der Anlagen im Maya-Gebiet, berichten die Archäologinnen und Archäologen. Wie die ‚Gruppe E‘ von Uaxactún im guatemaltekischen Petén – die allerdings nur halb so groß ist – ist auch jene von Tetelihtic de Ávila Castillo die älteste in Mexiko. Beide stammen aus der mittleren vorklassischen Periode (1000–600 v. Chr.).

Weiterhin markiere der längliche Plattformbau im Observatorium von Tetelihtic die Tagundnachtgleichen. Offenbar diente die Anlage dazu, den Beginn des vorspanischen mesoamerikanischen Kalenders im Februar und die Erntezeit im Oktober festzulegen.

Heutiger Blick über die östliche pyramidale Plattform auf den Sonnenaufgang vor der Kulisse der Sierra de Chignautla.
Copyright/Quelle: Alberto Diez Barroso Repizo, INAH
Heutiger Blick über die östliche pyramidale Plattform auf den Sonnenaufgang vor der Kulisse der Sierra de Chignautla.

Copyright/Quelle: Alberto Diez Barroso Repizo, INAH

Zudem könne der östliche Plattformbau des Komplexes zugleich als Sonnenkalender genutzt werden, da sich von seiner Vorderseite aus bei Sonnenaufgang deren Bahn zu Beginn der Tagundnachtgleichen und Sonnenwenden verfolgen lässt.

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Neue Erkenntnisse zur Geschichte der Maya

Diese Entdeckungen seien wichtige Beiträge zur Bestätigung der Wurzeln der ethnolinguistischen Verwandtschaft der Huasteken mit den Maya. „Die Präsenz der Maya in Teteles könnte demnach bis zu ein Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung zurückreichen, wie das erwähnte Observatorium zu belegen scheine“, so Diez Barroso weiter.

Der Experte verweist auf eine mögliche Verbindung des Ortes mit der Nahua-Göttin Nantehuitz, der sogenannten „Mutter des Südens“, die sich aus der Ausrichtung der größten Struktur auf Canopus, den zweithellsten Stern am Nachthimmel, ergeben könnte. Eine weitere zentrale Hypothese des archäologischen Projekts besagt, dass hier die Ursprünge der Totonaken-Kultur zu finden sein könnten, die später in dieser Bergregion und im nördlichen Teil der Golfküste florierte.

Tetelihtic wurde zwischen der mittleren formativen Periode (ca. 900 v. Chr.) und der protoklassischen Periode (ca. 100 n. Chr.) genutzt. „Zu jener Zeit, als Cantona, Cholula und Teotihuacán entstanden, wurde der Ort teilweise aufgegeben. Mehrere Opfergaben am Rand des zeremoniellen Bezirks, die auf die Zeit zwischen 100 und 600 n. Chr. datieren, weisen jedoch darauf hin, dass er weiterhin als Kultstätte genutzt wurde.“

Die Archäologen vermuten, „dass die ursprünglichen Bewohner von Teteles Vorfahren jener Totonaken-Gruppen waren, die sich später dann in Yohualichan (Cuetzalan, Puebla) und El Tajín (Veracruz) herausbildeten“, so Diez Barroso abschließend.

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Recherchequelle: INAH

© grewi.de

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Andreas Müller
Fachjournalist Anomalistik | Autor | Publizist

Andreas Müller ist ein deutscher Kornkreis- und UFO-Forscher, Journalist, Autor und Publizist mit dem Schwerpunkt Anomalistik. Mehr erfahren (Wikipedia)

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Andreas Müller

Fachjournalist Anomalistik • Sachbuchautor • Publizist

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