Archäologen untersuchen weiteres Wiedergänger-Grab im polnischen Pień
Pień (Polen) – Auf dem mittelalterlichen Friedhof im polnischen Pień, wo Archäologen bereits mehrere Gräber mutmaßlicher Wiedergänger entdeckt haben, wird derzeit ein weiteres „Vampirgrab“ untersucht.

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Weltweit bekannt wurden die Ausgrabungen in der polnischen Woiwodschaft Kujawien-Pommern nicht zuletzt durch das Skelett einer jungen Frau aus dem 17. Jahrhundert. Ihr Leichnam sollte offenbar nicht nur mit einem Vorhängeschloss am Fuß, sondern auch durch eine über dem Hals platzierten Sichel davon abgehalten werden, aus dem Grab heraus, die Lebenden heimzusuchen. Bekannt wurde das Grab nicht zuletzt durch die Gesichtsrekonstruktion der damals jungen Frau, die von den Archäologen den Namen „Zosia“ erhielt (…GreWi berichtete 1, 2).
Weitere Entdeckungen
Tatsächlich war der Glaube an derartige Wiedergänger bzw. Vampire und die damit einhergehenden Maßnahmen gerade in Osteuropa noch bis ins 17. Jahrhundert Teil eines verbreiteten Brauchtums.

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Mittlerweile hat das Archäologie-Team um Professor Dariusz Poliński und Dr. Magdalena Zagrodzka von der Nikolaus-Kopernikus-Universität in Toruń in Pień weitere Gräber genauer untersucht, die ebenfalls Merkmale solcher Vorsichtsmaßnahmen aufweisen.
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Erst im vergangenen September berichteten die Archäologen von einem Kindergrab, in dem der Leichnam in ungewöhnlicher Bauchlage – also mit dem Kopf nach unten – sowie durch Eisenstangen über den Füßen offenbar im Grab gebannt werden sollte. In einem weiteren Grab wurde der Körper eines Jungen mit schweren Steinen auf Schultern und Bauch beschwert (…GreWi berichtete).
Der Fund einer alten Dame
Jetzt berichtet die Facebook-Seite der archäologischen Ausgrabungen in Pień von der Entdeckung eines weiteren möglichen „Vampirgrabes“. Während die Fundsituation zunächst das Skelett einer Frau zeigt, deren Kopf von größeren Steinen umgeben ist, dürften diese Steine ursprünglich den Kopf ähnlich wie ein Kissen ebenso gestützt wie niedergehalten haben (s. Titelabb.).
Eine anthropologische Analyse hat gezeigt, dass es sich um das Skelett einer Frau im Alter zwischen 50 und 60 Jahren handelt, die an Osteoporose und Zahnverlust litt und mit degenerativen Veränderungen der Wirbelsäule zu kämpfen hatte. Zudem fanden sich Hinweise auf ein Aneurysma an der Innenseite des rechten Oberschenkels. „Jede dieser Informationen ermöglicht es uns, ihre Lebensweise, Gesundheit und täglichen Erfahrungen besser zu verstehen“, berichten die Forschenden.
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Alternativ zur Deutung der Steine als Verhinderung einer möglichen Wiedergängerin, diskutieren die polnischen Archäologinnen und Archäologen derweil auch eine mögliche schützende Funktion der Steine. „Hatte die Anordnung der Steine eine Verbindung mit der Krankheit oder spiegelte sie lokale Überzeugungen und Ängste wider?“
Derzeit werde der Fund weiter analysiert, wobei unter anderem Isotopenanalysen und Vergleiche mit anderen Bestattungen im Friedhof von Pień verwendet werden sollen.
– Eine erste wissenschaftliche Ausarbeitung der Ausgrabungen von 2020 finden Sie HIER
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Recherchequelle: facebook.com/pien.badaniaarcheologiczne
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