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Airbus-Pilot meldet „fliegende Untertasse“ bei Landeanflug auf Flughafen London-Gatwick

London (Großbritannien) – Jeden Monat veröffentlicht das UK Airprox Board (UKAB) Untersuchungsberichte zu sog. Airprox-Ereignissen, also gefährlichen Annäherungen von Luftfahrzeugen oder anderen Objekten an zivile Flugzeuge im britischen Luftraum. Aus einer dieser Pilotenmeldung geht nun die Sichtung eines scheibenförmigen Flugobjekts nahe dem internationalen Flughafen London-Gatwick Ende April hervor. Auch in Deutschland können Piloten UFO-Sichtungen offiziell melden.

Blick auf den Tower des Flughafens London-Gatwick.Copyright: Andy Potter (via WikimediaCommons) / CC BY-SA 2.0
Blick auf den Tower des Flughafens London-Gatwick.
Copyright: Andy Potter (via WikimediaCommons) / CC BY-SA 2.0

Das UKAB selbst ist eine unabhängige Stelle, die gemeinsam von der britischen Luftfahrtbehörde (Civil Aviation Authority CAA) und dem Verteidigungsministerium (MoD) getragen wird.

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Airprox Nr. 2026064

Unter der „Airprox Nr. 2026064“ der Untersuchungsberichte der UKAB-Meetings im Juni 2026 findet sich der Bericht eines Piloten einer Passagiermaschine vom Typ A319, der sich am 29. April 2026 um 10:30 Uhr beim Landeanflug auf den Flughafen befand, zuerst berichtete „TheStandard.co.uk“.

„Der Pilot des A319 berichtet, dass er sich 3 NM nördlich des Wegpunkts WILLO unter Radarführung (Gatwick Control) auf 8.500 Fuß über dem mittleren Meeresspiegel (AMSL) im Sinkflug befand und nach links drehte, als ein scheiben- bzw. „fliegende-Untertasse“-artiges, mutmaßlich drohnenähnliches Objekt in sehr geringem Abstand in entgegengesetzter Richtung auf gleicher Höhe an ihnen vorbeiflog und den rechten Flügel passierte.

Der Abstand zum Flügel des Flugzeugs betrug schätzungsweise 100 bis 300 Fuß (etwa 30 bis 90 Meter). Das Objekt habe wie eine Scheibe mit dunkleren Markierungen am Rand ausgesehen. Es könnte sich möglicherweise um eine Drohne gehandelt haben, sicher sei man sich jedoch nicht. Das Objekt sei dem Flugzeug sehr nahe gekommen, ein Ausweichmanöver sei jedoch nicht erforderlich gewesen, da sich die Maschine bereits in einer Kurve befand. Der Vorfall wurde der Flugsicherung (ATC) gemeldet. Zudem war im ATIS (Automatic Terminal Information Service) auf bekannte Drohnenaktivitäten hingewiesen worden.“

Weiter heißt es in dem Bericht, dass nachfolgende Luftfahrzeuge zwar vor dem möglichen Objekt gewarnt wurden, jedoch keines der anderen Flugzeuge eine entsprechende Sichtung gemeldet habe.

Zu den Untersuchungsergebnissen des Vorfalls heißt im um UKAP-Report abschließend:

„Der Pilotenbericht wurde an die Abteilung für Sicherheitsuntersuchungen (Safety Investigations) verwiesen, wo man die Radardaten zum Zeitpunkt der gemeldeten Sichtung durch den Piloten von überprüft hat. Allerdings konnten auch hier keine Radarkontakte festgestellt werden, die mit der gemeldeten ‚Drohne‘ in Verbindung standen. (…) Nach Einschätzung des Gremiums waren die gemeldete Flughöhe und/oder die Beschreibung des Objekts nicht ausreichend, um die Art bzw. Identität des unbekannten Objekts bestimmen zu können.“ Obwohl die Sicherheit der Maschine beeinträchtigt worden sei, habe kein Risiko einer Kollision bestanden.“

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Sichtungen auch im Luftraum München und Houston

Zu einem ähnlichen Vorfall kam es auch am 8. Mai 2021 gegen 19:35 Uhr (CDT), als eine Boeing 737 vom regionalen William P. Hobby Airport in Houston startete und im Steigflug von der Flugsicherung Houston Departure über ein anderes Flugobjekt erhielt, das sich der Maschine ohne Funkkontakt nähere und schon „den ganzen Tag über immer wieder auftauche“. Beide Piloten sichteten daraufhin ein großes, länglich-sphärisches Objekt auf gleicher Höhe. Es wies keine Flügel, Fenster oder Beleuchtung auf. Es wirkte metallisch und erinnerte an eine Kugel aus flüssigem Quecksilber, mit einer fast durchscheinenden, sich verändernden Oberfläche, die zu pulsieren und zu vibrieren schien (…Grewi berichtete).

Eine der Aufnahmen aus der Bilderserie zur UAP-Sichtung eines britischen Piloten nahe Mühldorf im Juli 2024. Copyright/Quelle: Dr. Doug Buettner
Eine der Aufnahmen aus der Bilderserie zur UAP-Sichtung eines britischen Piloten nahe Mühldorf im Juli 2024.
Copyright/Quelle: Pilot/Dr. Doug Buettner

Auch im deutschen Luftraum kommt es immer wieder zu UAP/UFO-Sichtungen durch Piloten. Nicht zuletzt im Juli 2024 östlich München als Piloten das ihnen entgegenkommende und bis heute unidentifizierte Flugobjekt sogar fotografieren und filmen konnten (s. Abb., …GreWi berichtete).

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Deutsche Meldestelle für UFO-Sichtungen durch Piloten und Crewmitglieder

Lange Zeit hielten sich Piloten, Pilotinnen und Flugzeugbesatzungen mit Berichten über ihre Sichtungen unidentifizierter Flugobjekte lieber zurück, als diese zu melden. Um dieses Stigma zu reduzieren und so zur wissenschaftlichen Erforschung von UFOs und UAP beizutragen, bittet das Luftfahrt-Bundesamt neuerdings Piloten und Crews, UFO-Sichtungen über eine eigene UFO-Meldestelle an Forscher der Universität Würzburg zu übermitteln.

Das „Interdisziplinären Forschungszentrum für Exratetrrestrik“ (IFEX) an der Universität Würzburg ist Deutschlands erstes und bislang einziges akademisches Forschungszentrum, an dem neben Raumfahrttechnik auch die Suche nach außerirdischer Intelligenz (SETI) verfolgt und unidentifizierte Flugobjekte und anomale Phänomene (UFOs/UAP) wissenschaftlich erforscht werden. Unter der Leitung von Professor Hakan Kayal sind hier zivile UFO-Forscher, Fachjournalisten und Wissenschaftler internationaler Universitäten im IFEX-Netzwerk versammelt, um UFOs, die heute vermehrt als UAP bezeichnet werden, wissenschaftlich und ergebnisoffen zu erforschen.

Als „Ereignismeldungen“ bezeichnet das LBA “sicherheitsbezogene Vorkommnisse, durch die ein Luftfahrzeug, seine Insassen oder Dritte im Falle des Ausbleibens von Abhilfemaßnahmen oder bei Nichtbeachtung, gefährdet werden könnte”. Dabei wird zwischen meldepflichtigen Ereignissen und solchen, die freiwillig gemeldet werden können, unterschieden.

Auf seiner Webseite zu diesen Ereignismeldungen (s. Allgemeines) hat das Luftfahrt-Bundesamt (LBA) die bereits im Juli verkündete Kooperation mit dem IFEX bei UFO/UAP-Sichtungen durch Piloten nun sozusagen amtlich gemacht und erläutert dazu unter der Überschrift „Meldung ungewöhnlicher Phänomene an das IFEX“:

„Es gibt viele Berichte von Piloten oder Pilotinnen, die während des Flugs unbekannte Flugobjekte oder merkwürdige Leucht- oder Wetterphänomene in der Atmosphäre gesichtet haben. Für derartige Erscheinungen verwendet die Wissenschaft den Oberbegriff Unidentifizierte Anomale Phänomene (UAP) – eine Definition, die weiter greift als der früher übliche Ausdruck UFO (Unbekanntes Flugobjekt).

Das Interdisziplinäre Forschungszentrum für Extraterrestrik an der Universität Würzburg (IFEX) widmet sich unter anderem der wissenschaftlichen Erforschung von UAP. Um auf diesem Gebiet neues Wissen zu gewinnen, hat das Forschungszentrum eine Internetseite eingerichtet, auf der Pilotinnen und Piloten ungewöhnliche Beobachtungen melden können.

Derartige Erscheinungen gelten nicht als „Ereignis“ im engeren Sinne. Für die Meldung soll deshalb auch nicht das Aviation Reporting Portal genutzt werden, sondern das hierfür vorgesehene UAP-Meldeformular des IFEX. Ergeben sich flugsicherheitsrelevante Erkenntnisse, stehen das IFEX und das LBA im Austausch.“

IFEX-Vorsitzender Prof. Dr.-Ing. Hakan Kayal (r.) gemeinsam mit LBA-Referatsleiter Ereignismeldungen Thomas Pantin (Mitte) und Friedrich Wilhelm Bauer (l.) vom Fachausschuss für unbemannte Luftfahrtsysteme bei Verein deutscher Ingenieurer (VDI). Copyright: M. Sieder / LBA / IFEX
IFEX-Vorsitzender Prof. Dr.-Ing. Hakan Kayal (r.) gemeinsam mit LBA-Referatsleiter Ereignismeldungen Thomas Pantin (Mitte) und Friedrich Wilhelm Bauer (l.) vom Fachausschuss für unbemannte Luftfahrtsysteme bei Verein deutscher Ingenieurer (VDI).
Copyright: M. Sieder / LBA / IFEX

Mit dem Meldeformular wendet sich das IFEX direkt an Pilotinnen und Piloten:
„Als Pilot sind Sie beruflich darin geschult, den Himmel aufmerksam zu beobachten. Ihre Erfahrung, Fachkenntnis und präzise Wahrnehmung machen Ihre Beobachtungen besonders wertvoll für die Forschung. Durch Ihre Meldung tragen Sie dazu bei, das Phänomen besser zu verstehen und bestehende Datenlücken zu schließen. Wir sind uns bewusst, dass UAP-Sichtungen in der Vergangenheit oft mit Stigmatisierung behaftet waren. Unser Ziel ist es, eine professionelle und wissenschaftlich fundierte Plattform bereitzustellen, die Piloten ermutigt, ihre Beobachtungen ohne Vorbehalte zu teilen. Jede Meldung hilft, das Thema sachlich und datenbasiert zu erforschen und so zu einer objektiveren Betrachtung beizutragen.“

„Es gibt viele Berichte von Piloten oder Pilotinnen, die während des Flugs unbekannte Flugobjekte oder merkwürdige Leucht- oder Wetterphänomene in der Atmosphäre gesichtet haben“, erklärt Hakan Kayal, Professor für Raumfahrttechnik und Leiter des „Interdisziplinären Forschungszentrums für Extraterrestrik“ (IFEX) an der Universität Würzburg. „Für derartige Erscheinungen verwendet die Wissenschaft den Oberbegriff unidentifizierte anomale Phänomene (UAP) – eine Definition, die weiter greift als der früher übliche Ausdruck UFO (Unidentifiziertes Flugobjekt). UFOs bzw. UAP sind mittlerweile ein globales Forschungsfeld. Denn trotz zahlreicher glaubwürdiger Sichtungen ist noch vieles über die Natur und Herkunft der Phänomene unbekannt. Systematische Untersuchungen sind entscheidend, um verlässliche Daten zu sammeln, wissenschaftlich zu analysieren und fundierte Erkenntnisse daraus zu gewinnen.“

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Zum Hundertsten: Die UFO-Akten der Lufthansa 6. Januar 2026
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Kontroverse um Piloten-UFO-Sichtung nahe München 31. Oktober 2025

Recherchequelle: UKAB

© grewi.de

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Andreas Müller
Fachjournalist Anomalistik | Autor | Publizist

Andreas Müller ist ein deutscher Kornkreis- und UFO-Forscher, Journalist, Autor und Publizist mit dem Schwerpunkt Anomalistik. Mehr erfahren (Wikipedia)

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Andreas Müller

Fachjournalist Anomalistik • Sachbuchautor • Publizist

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