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Alien-Sonden im Sonnensystem? Studie attestiert Forschungsdefizit

Irvine (USA) – Könnten sich im Sonnensystem längst außerirdische Raumsonden oder andere technologische Hinterlassenschaften befinden, ohne dass wir sie bemerkt haben? Dieser Frage geht der Astronom T. Joseph W. Lazio in einer neuen Studie nach. Sein Fazit ist faszinierend: Mit den heutigen Möglichkeiten ist die Menschheit noch weit davon entfernt, die Existenz außerirdischer Artefakte im Sonnensystem ausschließen zu können.

Künstlerische Darstellung einer auf dem Mond verborgenen außerirdischen Sonde (Illu.).Copyright: grewi.de (KI erstellt)
Künstlerische Darstellung einer auf dem Mond verborgenen außerirdischen Sonde (Illu.).
Copyright: grewi.de (KI erstellt)

Ausgangspunkt der Überlegungen ist eine einfache Beobachtung: Bereits die Menschheit hat mit den Raumsonden „Pioneer 10 und 11“, „Voyager 1 und 2“ sowie „New Horizons“ fünf Objekte ins All geschickt, die das Sonnensystem verlassen werden und eines Tages andere Sternsysteme erreichen könnten. Auch wenn diese Sonden dann längst außer Betrieb sein werden, zeigen sie doch, dass technisch entwickelte Zivilisationen grundsätzlich interstellare Sonden bauen und senden können, so Dr. T. Joseph W. Lazio vorab via ArXiv.org.

Daraus ergibt sich laut Lazio zwangsläufig die Frage, ob nicht auch schon andere Zivilisationen ähnliche Sonden in unser Sonnensystem geschickt haben könnten.

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Vier mögliche Arten außerirdischer Artefakte

Um die Chancen einer Entdeckung zu bewerten, nutzt Lazio ein bereits zuvor entwickeltes Klassifikationsschema. Dieses unterscheidet zwischen aktiven und inaktiven Artefakten sowie zwischen Objekten im freien Raum und solchen auf Himmelskörpern.

Dazu zählen einerseits „tote“ oder funktionslose Sonden, die lediglich durch das Sonnensystem treiben. Andererseits könnten auch aktive Sonden existieren, die weiterhin Messungen durchführen, Daten senden oder ihre Flugbahn verändern. Hinzu kommen mögliche Artefakte auf Planeten, Monden oder Asteroiden – entweder als längst inaktive Überreste oder als weiterhin aktive Stationen.

Die zentrale Hypothese der Studie lautet daher: Befinden sich heute eine oder mehrere technologische Signaturen außerirdischen Ursprungs im Sonnensystem? Die Antwort des Forschers: Mit den derzeitigen technischen Möglichkeiten kann diese Annahme nicht widerlegt werden.

Dabei sei das eigentliche Problem häufig nicht das Auffinden eines Objekts, sondern dessen Identifizierung. So wurde das Objekt „2020 SO“ zunächst als ungewöhnlicher Asteroid eingestuft. Erst detaillierte Untersuchungen seines Spektrums zeigten, dass es sich tatsächlich um die Oberstufe einer Centaur-Rakete handelte, die 1966 beim Start der NASA-Sonde Surveyor 2 eingesetzt worden war. Der Fall verdeutlicht, wie schwierig die Unterscheidung zwischen natürlichen und künstlichen Objekten im Weltraum sein kann.

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Das Sonnensystem wurde bislang nur oberflächlich durchsucht

Noch schwieriger gestaltet sich die Suche nach möglichen Artefakten auf den Oberflächen anderer Himmelskörper. Zwar konnten auf dem Mars bereits Landespuren, Fallschirme und Fahrspuren menschlicher Rover entdeckt werden. Doch solche Funde waren nur möglich, weil gezielt nach ihnen gesucht wurde und wir genau wussten, dass sie da sind. Auch waren diese Instrumente nicht absichtlich getarnt, doch genau dies könnte bei einer Forschungssonde der Fall sein. Auch wir tarnen unsere Kamerafallen in freier Wildbahn.

Tatsächlich wurde der größte Teil des Sonnensystems bislang nur in relativ geringer Auflösung kartiert. Auf vielen Saturnmonden entspricht ein Bildpunkt etwa einem Kilometer Oberfläche. Selbst auf dem Mond, für den Aufnahmen mit einer Auflösung von bis zu 50 Zentimetern pro Pixel existieren, wurde nur ein kleiner Teil der Oberfläche in dieser Detailtiefe erfasst. Sämtliche Objekte, deren Größe unterhalb dieser Bildauflösung liegen, könnten auf diesen Aufnahmen nicht als solche erkannt werden.

Hinzu kommt ein weiteres Problem: Selbst wenn außerirdische Artefakte existierten, müssten sie die Zeit bis heute als solche erkennbar überdauert haben. Auf dem Mars etwa könnten Mikrometeoriten, Staubstürme und Strahlung passive Objekte innerhalb weniger Millionen Jahre stark beschädigen oder vollständig zerstören – geologisch betrachtet ein sehr kurzer Zeitraum.

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Künftige Himmelsdurchmusterungen könnten Hinweise liefern

Etwas bessere Chancen sieht Lazio bei aktiven außerirdischen Sonden. Solche Systeme müssten – sofern sie den bekannten Naturgesetzen folgen – Energie verbrauchen und dabei Abwärme erzeugen. Dadurch könnten sie sich durch ungewöhnliche Temperaturmuster verraten.

Tatsächlich haben Himmelsdurchmusterungen wie das WISE-Weltraumteleskop bereits zahlreiche Objekte mit auffälligen thermischen Eigenschaften entdeckt. Allerdings lassen sich solche Anomalien bislang meist auch natürlich erklären, sodass keine eindeutigen Schlüsse möglich sind.

Große Hoffnung setzt der Forscher daher auf kommende astronomische Projekte wie das Vera-C.-Rubin-Observatorium, die SPHEREx-Mission und den Near-Earth Object Surveyor. Diese Programme werden Millionen von Asteroiden, Kometen und anderen Kleinkörpern mit bislang unerreichter Genauigkeit erfassen.

Unter diesen gewaltigen Datenmengen könnten sich Objekte finden, die so ungewöhnlich sind, dass sie eine nähere Untersuchung rechtfertigen.

Ob sich darunter tatsächlich außerirdische Technologie verbirgt, bleibt offen. Lazio betont jedoch, dass die Suche nach außerirdischen Artefakten – bekannt als SETA („Search for Extraterrestrial Artifacts“) – bislang erst am Anfang steht. Der wichtigste Befund seiner Studie lautet daher: Nicht die Existenz solcher Artefakte wurde widerlegt, sondern vielmehr, dass die Menschheit bislang noch gar nicht gründlich genug nach ihnen gesucht hat.

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Recherchequelle: ArXiv.org

© grewi.de

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Andreas Müller
Fachjournalist Anomalistik | Autor | Publizist

Andreas Müller ist ein deutscher Kornkreis- und UFO-Forscher, Journalist, Autor und Publizist mit dem Schwerpunkt Anomalistik. Mehr erfahren (Wikipedia)

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Fachjournalist Anomalistik • Sachbuchautor • Publizist

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