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Wagenbestattung: Keltisches Fürstengrab habe Bad Camberg entdeckt

Bad Camberg (Deutschland) – Im Landkreis Limburg-Weilburg haben Archäologen das Grab einer hochrangigen Persönlichkeit aus der Frühlatènezeit entdeckt. Der Fund gilt als wichtiger Nachweis für die bislang nur vermutete Existenz einer lokalen keltischen Elite im Taunus und eröffnet neue Einblicke in die gesellschaftlichen Strukturen der Eisenzeit.

Das Röntgenbild eines Erdaushubs offenbart eine etruskische Schnabeltasse als Grabbeigabe.Copyright/Quelle: hessenARCHÄOLOGIE
Das Röntgenbild eines Erdaushubs offenbart eine etruskische Schnabelkanne als Grabbeigabe.
Copyright/Quelle: hessenARCHÄOLOGIE

Entdeckt wurde die Bestattung im Zuge archäologischer Untersuchungen vor dem Bau eines Solarparks. Trotz der hohen wissenschaftlichen Bedeutung gelang es dem Grabungsteam, die Ausgrabung innerhalb von nur rund zwei Wochen abzuschließen, ohne die Bauarbeiten wesentlich zu beeinträchtigen.

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Fürstengrab bei Bauarbeiten entdeckt

Nach Einschätzung der Archäologen handelt es sich um das Grab eines keltischen Fürsten oder Kriegeradligen, der vor rund 2.400 Jahren lebte. Bereits geophysikalische Voruntersuchungen hatten Hinweise auf ein mögliches Elitengrab geliefert. Dass sich dieser Verdacht bestätigte und sogar eine seltene Wagenbestattung zum Vorschein kam, überraschte selbst die beteiligten Fachleute.

Landesarchäologe Prof. Dr. Udo Recker betonte, dass mit dem Fund erstmals die Anwesenheit einer lokalen keltischen Führungsschicht in dieser Region eindeutig nachgewiesen werden könne. Zugleich bietet das Grab für die Forschung die Möglichkeit, modernste Untersuchungsmethoden einzusetzen und damit neue Erkenntnisse zur Eisenzeit in Hessen zu gewinnen.

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Goldschmuck, Importwaren und Waffen

Die Ausstattung des Grabes weist den Bestatteten eindeutig als Angehörigen der damaligen gesellschaftlichen Elite aus. Zu den Beigaben gehören massiver Goldschmuck, Waffenreste sowie eine etruskische Schnabelkanne (s. Titelabb.). Derartige Importgüter belegen weitreichende Kontakte in den mediterranen Raum und unterstreichen den hohen Status des Verstorbenen.

Nach Angaben der Archäologen zeigen sich deutliche Parallelen zu anderen bekannten keltischen Fürstengräbern Mitteleuropas. Besonders naheliegend ist der Vergleich mit dem berühmten Keltenfürsten vom Glauberg. Zwar erscheinen die Grabbeigaben aus Bad Camberg insgesamt schlichter als jene des Glaubergs, doch deute alles darauf hin, dass beide Männer Zeitgenossen waren und innerhalb der keltischen Gesellschaft ihrer Epoche bedeutende Rollen einnahmen, berichten die Archäologen um Landesarchäologe Prof. Dr. Udo Recker vom Landesamt für Denkmalpflege Hessen.

Weitere Erkenntnisse versprechen die laufenden Untersuchungen. Bereits angefertigte Röntgen- und Computertomographie-Aufnahmen der geborgenen Erdblöcke haben zusätzliche Objekte sichtbar gemacht, die bislang noch nicht freigelegt und interpretiert wurden. Die Wissenschaftler hoffen daher auf weitere Hinweise zu Rang, Herkunft und Lebensumständen des Verstorbenen.

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Seltene keltische Wagenbestattung

Besonders bemerkenswert ist die Tatsache, dass es sich um eine Wagenbestattung handelt – eine Bestattungsform, die in Hessen nur äußerst selten nachgewiesen wurde. Mehrere Funde belegen eindeutig, dass der Tote gemeinsam mit seinem zweirädrigen Wagen beigesetzt wurde. Dazu zählen Radnabenbeschläge, Achskappen aus Buntmetall sowie eiserne Beschläge der Radreifen.

Wagenbestattungen gelten als charakteristisches Merkmal hochrangiger Angehöriger der keltischen Oberschicht. Entsprechend groß ist denn auch die Bedeutung des Fundes. Nach Angaben der Archäologen lassen sich vergleichbare Beispiele in Hessen an einer Hand abzählen. Keine der bislang bekannten Bestattungen erreiche jedoch die Qualität und den Erhaltungszustand des Grabes von Bad Camberg.

Für die Forschung eröffnet das neu entdeckte Fürstengrab damit die Chance, das Bild der keltischen Gesellschaft in Hessen weiter zu präzisieren. Neben Fragen zu sozialen Hierarchien, Bestattungssitten und handwerklichen Fähigkeiten könnten die Funde auch neue Erkenntnisse über die politischen und kulturellen Netzwerke der keltischen Eliten im mitteleuropäischen Raum liefern. Das Grab von Bad Camberg reiht sich damit in die bedeutenden eisenzeitlichen Entdeckungen Hessens ein und könnte künftig zu den wichtigsten keltischen Fundplätzen des Bundeslandes zählen.

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Recherchequelle: denkmal.hessen.de

© grewi.de

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Andreas Müller
Fachjournalist Anomalistik | Autor | Publizist

Andreas Müller ist ein deutscher Kornkreis- und UFO-Forscher, Journalist, Autor und Publizist mit dem Schwerpunkt Anomalistik. Mehr erfahren (Wikipedia)

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Andreas Müller

Fachjournalist Anomalistik • Sachbuchautor • Publizist

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