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Studie: Bewusstsein vermutlich nicht auf irdisches Leben beschränkt

Riverside (USA) – Ist Bewusstsein ein seltenes Produkt der irdischen Evolution – oder eine allgemeinere Möglichkeit des Universums? Eine aktuelle philosophische Untersuchung kommt zu dem Schluss, dass Bewusstsein vermutlich keine exklusive Eigenschaft irdischer Lebewesen ist.

Symbolbild: KosmosCopyright: WikiImages (via Pixabay.com) / Pixabay License
Symbolbild: Kosmos
Copyright: WikiImages (via Pixabay.com) / Pixabay License

Wie der Philosoph Eric Schwitzgebel von der University of California und sein ehemaliger Doktorand Jeremy Pober in einem aktuellen Arbeitspapier darlegen, könnte das Bewusstsein auch in völlig anders aufgebauten Lebensformen entstehen. Dabei geht es den Autoren nicht darum, Bewusstsein abschließend zu definieren. Sie setzen vielmehr voraus, dass Bewusstsein ein reales und erkennbares Phänomen ist, und untersuchen eine grundlegendere Frage: Muss Bewusstsein zwingend an die biologische Grundlage des Lebens auf der Erde gebunden sein? Ihre Antwort lautet: wahrscheinlich nicht.

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Bewusstsein als „substratunabhängiges“ Phänomen

Zentral für die Argumentation ist das Konzept der sogenannten „Substrat-Flexibilität“. Damit ist gemeint, dass bestimmte Eigenschaften nicht an ein bestimmtes Material gebunden sind. So kann Wasser beispielsweise in Gefäßen aus Glas oder Kunststoff aufbewahrt werden, und Musik kann sowohl auf Schallplatten als auch digital gespeichert werden.

Schwitzgebel und Pober übertragen diese Idee auf Bewusstsein. Ihrer Ansicht nach könnte es sich ebenfalls um eine Eigenschaft handeln, die unter unterschiedlichen materiellen Bedingungen entstehen kann.

„Das Universum könnte Geister oder Bewusstseinsformen enthalten, die fremdartiger sind, als wir sie uns vorstellen können“, erklärt Schwitzgebel.

Die Forscher verweisen dabei auf die enorme Vielfalt möglicher Lebensräume im Universum. Der beobachtbare Kosmos enthält schätzungsweise eine Billion Galaxien, deren Planeten sehr unterschiedliche Bedingungen aufweisen dürften. Wenn Leben unter vielen verschiedenen chemischen Voraussetzungen entstehen kann, wäre es demnach überraschend, wenn jede komplexe Lebensform exakt dieselben biologischen Grundlagen entwickeln würde wie die Erde.

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Außerirdisches Leben und der „kopernikanische Blick“ auf Bewusstsein

Die Autoren argumentieren nicht, dass exotische Lebensformen zwangsläufig existieren. Ihre These ist vorsichtiger: Angesichts der gewaltigen Anzahl möglicher Welten sei es unwahrscheinlich, dass Evolution überall nur auf dieselben biochemischen Lösungen zurückgreift.

Auch die Erde selbst zeigt bereits eine große Vielfalt an Nervensystemen. Kraken, Insekten und Wirbeltiere verarbeiten Informationen auf sehr unterschiedliche Weise. Die Natur hat also bereits mehrfach verschiedene Wege gefunden, komplexe Informationsverarbeitung hervorzubringen.

Die Forscher übertragen deshalb das sogenannte kopernikanische Prinzip auf Bewusstsein. Dieses Prinzip beschreibt die historische Erkenntnis, dass die Erde, das Sonnensystem und die Menschheit keine besondere zentrale Stellung im Universum einnehmen.

Daraus leiten Schwitzgebel und Pober ein „kopernikanisches Prinzip des Bewusstseins“ ab: Es wäre möglicherweise eine Form von „Erdzentriertheit“, anzunehmen, dass nur Lebewesen mit unserer Biochemie bewusst sein können.

Sie behaupten jedoch nicht, dass jede hochentwickelte Lebensform automatisch Bewusstsein besitzt. Vielmehr argumentieren sie, dass es ungewöhnlich wäre, Bewusstsein ausschließlich Organismen mit menschlich-irdischem Aufbau zuzusprechen.

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Mögliche Folgen für künstliche Intelligenz

Die Überlegungen führen auch zur Frage nach künstlicher Intelligenz. Die Autoren treffen keine Aussage darüber, ob heutige KI-Systeme bereits bewusst sind. Ihre Argumentation lasse diese Möglichkeit jedoch grundsätzlich offen.

Jeremy Pober weist darauf hin, dass die Tatsache, dass Bewusstsein nicht zwingend an biologische Materie gebunden sein müsse, nicht bedeute, dass jedes technische System automatisch bewusst werden könne.

Schwitzgebel sieht die Frage etwas offener. Wenn Bewusstsein nicht grundsätzlich menschliche Biologie voraussetzt, werde es schwieriger, allein aufgrund des Materials – etwa Silizium statt Nervenzellen – eine bewusste Existenz auszuschließen.

Die Autoren unterscheiden dabei zwischen einer sehr spezifischen Form menschlichen Bewusstseins und einer allgemeineren Form von Bewusstsein. So wie Vögel, Fledermäuse und Insekten unterschiedliche Arten des Fliegens entwickelt haben, könnte Bewusstsein in vielen Varianten auftreten, ohne der menschlichen Erfahrung exakt zu gleichen.

Recherchequelle: University of California, Riverside

© grewi.de

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Andreas Müller
Fachjournalist Anomalistik | Autor | Publizist

Andreas Müller ist ein deutscher Kornkreis- und UFO-Forscher, Journalist, Autor und Publizist mit dem Schwerpunkt Anomalistik. Mehr erfahren (Wikipedia)

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Andreas Müller

Fachjournalist Anomalistik • Sachbuchautor • Publizist

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