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Das ist (k)ein Mond: Objekt in Dreifachsystem gibt Rätsel auf

München (Deutschland)  – Astronominnen und Astronomen haben Hinweise auf ein außergewöhnliches Objekt im Sternsystem „CD-35 2722“ gefunden, das als erster plausibler Nachweis eines sogenannten Exomondes gelten könnte – also eines Mondes außerhalb unseres Sonnensystems. Allerdings stellt das Objekt und sein System die Forschenden auch vor Rätsel.

Künstlerische Darstellung von „CD-35 2722“, ein System mit einem mondähnlichen Objekt (Illu.).Copyright: ESO/M. Kornmesser
Künstlerische Darstellung von „CD-35 2722“, ein System mit einem mondähnlichen Objekt (Illu.).
Copyright: ESO/M. Kornmesser

Wie das Team um Kevin Hoy vn der Europäischen Südsternwarte (ESO), sowie der Universidad Diego Portales und dem Millennium Nucleus of Young Exoplanets and their Moons (YEMS) in Chile aktuell im im Fachjournal „Nature“ (DOI: 10.1038/s41586-026-10751-w) berichtet, gelang die Entdeckung mit dem „Very Large Telescope“ (VLT) der Europäischen Südsternwarte (ESO). Das System stellt allerdings die bisherigen Definitionen von Sternen, Planeten und Monden infrage.

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Ein System, das sich jeder einfachen Einordnung entzieht

Im Zentrum des jungen Systems befindet sich der Stern mit der Bezeichnung „CD-35 2722“, der etwa die halbe Masse unserer Sonne besitzt. Ihn umkreist ein sogenannter Brauner Zwerg – ein Himmelskörper, der mit mehr als der 30-fachen Jupitermasse zu massereich für einen Planeten, aber zu massearm für einen Stern ist. Um diesen Braunen Zwerg wiederum kreist ein weiteres Objekt mit mindestens der Masse unseres Jupiters.

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Diese Konstellation sorgt für wissenschaftliche Diskussionen: Zwar umkreist das Objekt keinen Stern und wäre damit also kein Planet im klassischen Sinn, gleichzeitig besitzt es aber eine planetare Masse. Da es stattdessen einen Braunen Zwerg umkreist, liegt zunächst die Bezeichnung „Mond“ nahe – auch wenn dieser mit den vergleichsweise kleinen, felsigen Monden unseres Sonnensystems kaum etwas gemeinsam hat. „Dieses System lässt sich nur schwer mit Begriffen beschreiben, die auf dem Sonnensystem basieren“, erläutert Hoy. Das Forschungsteam bezeichnet den Himmelskörper daher vorsichtig als „Exosatelliten“.

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Grenzen astronomischer Klassifikationen

Für Hoy verdeutlicht die Entdeckung, wie stark etablierte astronomische Begriffe von den Verhältnissen unseres eigenen Sonnensystems geprägt sind. Das neu entdeckte Objekt sei zwar eindeutig massereich genug, um als Planet gelten zu können, umkreise jedoch keinen Stern, sondern einen Braunen Zwerg, der seinerseits (planetenartig) einen Stern umkreist.

Auch Studien-Mitautorin Alice Zurlo weist darauf hin, dass die klare Trennung zwischen Sternen, Planeten und Monden außerhalb unseres Sonnensystems zunehmend verschwimmt. „Während sich im Sonnensystem die Begriffe eindeutig definieren lassen, entstünden bei exotischen Systemen wie CD-35 2722 zwangsläufig neue Grenzfälle, die bestehende Klassifikationen infrage stellen.“

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Erster überzeugender Kandidat für einen Exomond

Seit Jahren suchen Astronomen nach Monden außerhalb unseres Sonnensystems (…GreWi berichtete, siehe Links u.). Trotz inzwischen mehr als 6.000 entdeckter Exoplaneten konnte bislang jedoch kein Exomond zweifelsfrei bestätigt werden. Zwar wurden in den vergangenen Jahren mehrere Kandidaten vorgestellt, eindeutige Belege blieben bislang jedoch aus. Erst vor wenigen Monaten hatte ein anderes Forschungsteam Hinweise auf einen möglichen Satelliten im Sternsystem „HD 206893“ veröffentlicht, ohne einen endgültigen Nachweis erbringen zu können.

Die nun vorgestellte Entdeckung könnte daher einen entscheidenden Fortschritt darstellen. Für ihre Untersuchungen nutzten Hoy und seine Kollegen das Hochpräzisionsinstrument CRIRES+ am ESO-VLT. Dabei kam die sogenannte Radialgeschwindigkeitsmethode zum Einsatz – jene Technik, mit der einst auch der erste Exoplanet um einen sonnenähnlichen Stern entdeckt wurde.

Mithilfe dieser Methode registrierten die Forschenden minimale Taumelbewegungen des Braunen Zwergs, die durch das ihn umkreisende Objekt verursacht werden. Nach Einschätzung des Teams handelt es sich dabei um einen starken Hinweis auf die Existenz des ungewöhnlichen Begleiters.

„So exotisch es auch sein mag: Dieses System ist wahrhaft einzigartig und stellt einen Durchbruch dar – den ersten plausiblen Nachweis eines Exosatelliten“, betont Zurlo abschließend.

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Blick auf künftige Entdeckungen

Über die Entdeckung eines außergewöhnlichen Objekts hinaus könnte der Nachweis von Satelliten in anderen Planetensystemen wichtige Erkenntnisse über deren Entstehung und Entwicklung liefern. Gerade Systeme wie CD-35 2722 zeigen, dass die Vielfalt planetarer Architekturen weit größer sein könnte als lange angenommen.

Weitere Antworten erhoffen sich die Forschenden vom derzeit im Bau befindlichen „Extremely Large Telescope“ (ELT) der ESO. Mit seinem 39-Meter-Hauptspiegel und deutlich leistungsfähigeren Instrumenten soll es künftig auch kleinere Exomonde aufspüren können. Solche Beobachtungen dürften nicht nur neue Himmelskörper ans Licht bringen, sondern möglicherweise auch dazu führen, dass die astronomischen Definitionen von Planeten, Monden und verwandten Objekten grundlegend überarbeitet werden müssen.

WEITERE MELDUNGEN ZUM THEMA
Neue Methode soll Exomonde finden 7. Januar 2026
Entsteht hier ein Exo-Mond? Erstmaliger Nachweis von Gas in einer zirkumplanetaren Scheibe 11. August 2022
Astronomen finden weiteren Kandidaten für Exomond 17. Januar 2022

Recherchequelle: ESO

© grewi.de

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Andreas Müller
Fachjournalist Anomalistik | Autor | Publizist

Andreas Müller ist ein deutscher Kornkreis- und UFO-Forscher, Journalist, Autor und Publizist mit dem Schwerpunkt Anomalistik. Mehr erfahren (Wikipedia)

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Fachjournalist Anomalistik • Sachbuchautor • Publizist

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