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Künstliches Ei für ausgestorbene Riesenvögel? Biotech-Firma meldet Durchbruch bei Vogel-Embryonen

Dallas (USA) – Das US-Unternehmen „Colossal Biosciences“, das mit Projekten zur „Wiederbelebung“ ausgestorbener Tierarten international Aufmerksamkeit erlangt hat, meldet einen technologischen Durchbruch: Erstmals seien lebende Küken vollständig in einem künstlichen Ei ohne natürliche Schale ausgebrütet worden.

V. l. n. r.: Colossals künstliche Ei-Vorrichtung; ein gesunder Embryo; ein aus der Vorrichtung geschlüpftes Küken sowie dieses Küken in einer NahaufnahmeCopyright: Colossal Biosciences
V. l. n. r.: Colossals künstliche Ei-Vorrichtung; ein gesunder Embryo; ein aus der Vorrichtung geschlüpftes Küken sowie dieses Küken in einer Nahaufnahme
Copyright: Colossal Biosciences

Wie das Unternehmen berichtet, entwickelten sich die Embryonen komplett außerhalb eines biologischen Eis – vom frühen Embryonalstadium bis zum Schlüpfen. Die Technologie wurde ursprünglich für das sogenannte De-Extinction-Programm des ausgestorbenen Riesenmoas entwickelt – eines mehrere Meter großen Laufvogels aus Neuseeland, für den es heute keinen lebenden „Ersatz-Wirt“ mehr gibt (…GreWi berichtete).

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Sauerstoffproblem früherer Versuche gelöst

Versuche sogenannter schalenloser Vogelkulturen gab es bereits seit den 1980er Jahren. Frühere Systeme hatten jedoch ein zentrales Problem: Sie benötigten große Mengen reinen Sauerstoffs, was laut Colossal DNA-Schäden verursachen und die langfristige Gesundheit der Tiere beeinträchtigen könne. Zudem seien solche Systeme kaum skalierbar gewesen.

Das Unternehmen erklärt nun, dieses Problem durch eine spezielle Gitterstruktur mit bioengineerter Silikonmembran gelöst zu haben. Diese imitiert die Sauerstoffdurchlässigkeit natürlicher Eierschalen unter normalen atmosphärischen Bedingungen. Dadurch könne das künstliche Ei in gewöhnlichen Brutapparaten eingesetzt werden und sei zugleich für unterschiedliche Größen skalierbar.

Colossal-Mitgründer und Harvard-Genetiker George Church bezeichnet die Technologie als „Plattformsystem“, dessen Bedeutung weit über einzelne Arten hinausreiche. Entscheidend sei, dass das künstliche Ei kontrollierte Bedingungen für Gas­austausch, Feuchtigkeit und mechanische Stabilität bereitstelle und das unabhängig von der Größe des Vogels.

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Schlüsseltechnologie für ausgestorbene Riesenvögel

Besonders wichtig ist die Entwicklung laut Colossal für den ausgestorbenen Südinsel-Riesenmoa (Dinornis robustus). Dessen Eier sollen rund 80-mal größer gewesen sein als Hühnereier und selbst deutlich größer als Emu-Eier. Kein heute lebender Vogel könne daher als Brutwirt dienen. Laut Colossal sei das künstliche Ei deshalb nicht nur hilfreich, sondern für ein mögliches Moa-Projekt „essenziell“. Firmenchef Ben Lamm erklärte, die Herausforderung habe nicht allein in der Rekonstruktion alter Genome gelegen, sondern darin, ein völlig neues Inkubationssystem zu entwickeln.

Grafische Rekonstruktions eines Riesenmoas gemeinsam mit einem Größenvergleich zu einem Menschen (Illu). Quelle: colossal.com
Grafische Rekonstruktions eines Riesenmoas gemeinsam mit einem Größenvergleich zu einem Menschen (Illu).
Quelle: colossal.com

Die transparente Konstruktion ermögliche zudem eine permanente Beobachtung der Embryonalentwicklung in Echtzeit. Gerade für gentechnisch veränderte Embryonen sei dies entscheidend, um gewünschte Merkmale direkt kontrollieren zu können.

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Auch für den Artenschutz gedacht

Neben spektakulären „De-Extinction“-Plänen sieht Colossal auch Anwendungen im klassischen Artenschutz: Viele bedrohte Vogelarten ließen sich nur schwer in Gefangenschaft züchten, zudem fehle oft die Möglichkeit, konserviertes genetisches Material sinnvoll zu nutzen.

Das künstliche Ei könne laut Unternehmen beschädigte Embryonen retten, standardisierte Brutbedingungen schaffen und die Größenbeschränkungen natürlicher Eier umgehen. Dadurch könnten auch genetische Rettungsprogramme unterstützt werden.

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Die Technologie könnte darüber hinaus für biotechnologische Anwendungen interessant werden. Transgene Hühner gelten bereits heute als potenzielle Produktionsplattform für medizinische Wirkstoffe wie Antikörper oder Zytokine. Das künstliche Ei ermögliche dabei einen direkten und kontinuierlichen Zugang zum Embryo während der gesamten Entwicklung.

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Wachsende „De-Extinction“-Werkzeugkiste

Das nun präsentierte künstliche Ei reiht sich in eine ganze Serie biotechnologischer Entwicklungen des Unternehmens ein: Colossal arbeitet nach eigenen Angaben bereits an künstlichen Gebärmüttern und weiteren Systemen zur Embryonalentwicklung ausgestorbener oder bedrohter Tierarten.

Ob die Technologie tatsächlich eines Tages zur „Wiederbelebung“ ausgestorbener Vogel- oder Säugetierarten führt, bleibt offen. Fest steht jedoch: Mit dem künstlichen Ei präsentiert Colossal einen weiteren Schritt hin zu einer technisch kontrollierten Entwicklung tierischer Embryonen außerhalb natürlicher Brut- und Fortpflanzungssysteme.

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Recherchequelle: Colossal

© grewi.de

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Andreas Müller
Fachjournalist Anomalistik | Autor | Publizist

Andreas Müller ist ein deutscher Kornkreis- und UFO-Forscher, Journalist, Autor und Publizist mit dem Schwerpunkt Anomalistik. Mehr erfahren (Wikipedia)

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Andreas Müller

Fachjournalist Anomalistik • Sachbuchautor • Publizist

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