Anzeige
Anzeige
Anzeige

KI-Agenten steuern SETI-Radioteleskop

Mountain View (USA) – Was wäre, wenn außerirdische Intelligenzen, deren Signale wir vielleicht einst empfangen, mittels künstlicher Intelligenz kommunizieren oder selbst KI-Systeme sind? An den irdischen Radioteleskopen der Allen Telescope Array in Kalifornien steuern fortan KI-Agenten eigenständig Beobachtungsinstrumente, analysieren Datenströme und passen so die Signalverarbeitung bei der Suche nach Signalen außerirdischer Intelligenzen (SETI) an.

Blick auf einige der Teleskope der Allen Telescope Array (ATA).Copyright/Quelle: brewbooks brewbooks (vai WikimediaCommons) / CC BY-SA 2.0
Blick auf einige der Teleskope der Allen Telescope Array (ATA).
Copyright/Quelle: brewbooks brewbooks (vai WikimediaCommons) / CC BY-SA 2.0

Wie die SETI-Initiative „Breakthrough Listen“ und der Chip-Hersteller NVIDIA berichten, kommt mittlerweile an der Teleskop-Anlage Allen Telescope Array (ATA) die KI-Plattform „Holoscan“ zum Einsatz. Durch den Einsatz stehe die Suche nach außerirdischer Intelligenz vor einem technologischen Wandel: Statt ausschließlich nach Signalen zu suchen, die von außerirdischen biologischen Zivilisationen stammen könnten, rückt zunehmend auch die Möglichkeit in den Blick, dass mögliche Absender selbst künstliche Intelligenzen sind. Sollten außerirdische Zivilisationen existieren, könnten sie der Menschheit um Milliarden Jahre voraus sein und Technologien entwickelt haben, die weit über unsere heutigen Möglichkeiten hinausgehen.

Holoscan soll es den KI-Agenten bald ermöglichen, über natürliche Sprache mit dem Teleskop und den angeschlossenen Datenverarbeitungssystemen zu interagieren.

Anzeige

KI-Agenten übernehmen Teile der Beobachtung

Die Agenten können die Antennen des Radioteleskops steuern, das Instrument kalibrieren und ausrichten sowie eingehende Datenströme verbessern und auf Fehler überprüfen. Zudem können sie Signalverarbeitungsprozesse anpassen und die Ergebnisse visualisieren. Die einzelnen Schritte lassen sich über eine gemeinsame Schnittstelle und einfache sprachliche Anweisungen auslösen.

Mit der Holoscan-Plattform können die enormen Datenmengen verarbeitet werden, die das Radioteleskop während seiner Beobachtungen erzeugt. Mithilfe der Bibliothek DAQIRI können laut NVIDIA Terabit-Datenströme direkt in den Grafikspeicher übertragen und bereits während der Messung verarbeitet werden. Dadurch müssen die Daten nicht – wie bislang – zunächst vollständig auf Festplatten gespeichert werden.

Für die weitere Signalverarbeitung kommt dann „CyberEther“ zum Einsatz, ein am kalifornischen SETI Institute entwickeltes KI-Grundgerüst, das unter anderem die „CUDA-X“ „cuFFT“ und „cuBLAS“ von NVIDIA nutzt. Die webbasierte Steuerungsumgebung „Nexus“ wiederum dient als Schnittstelle zwischen den KI-Agenten, dem Teleskop, den verfügbaren Rechenressourcen und den Analyseprozessen.

Anzeige

2,4 Terabit pro Sekunde

Nach Angaben des Chip-Herstellers kann das System Daten mit einer Geschwindigkeit von bis zu 2,4 Terabit pro Sekunde verarbeiten. Zum Einsatz kommen dabei „NVIDIA RTX PRO 6000“-Blackwell-Grafikprozessoren. Die KI-Inferenz erfolgt direkt vor Ort, also in unmittelbarer Nähe des Instruments.

Über die sprachgesteuerte Schnittstelle können Forscher unter anderem den Zustand des Instruments überwachen, Datenverluste erkennen, Spektrogramme in Echtzeit betrachten und einzelne Verarbeitungsschritte verändern. Damit lassen sich Arbeitsabläufe automatisieren, die bislang erheblichen manuellen Aufwand erforderten. Was menschliche Forscher unter Umständen Wochen oder Jahre beschäftigen könnte, soll sich so innerhalb von Stunden erledigen lassen.

– www.grewi.de –
+ HIER den täglichen kostenlosen GreWi-Newsletter bestellen +

Andrew Siemion, Inhaber des Bernard M. Oliver Chair for SETI am SETI Institute und wissenschaftlicher Leiter von Breakthrough Listen, sieht darin auch eine neue Perspektive für die Suche selbst. „Mögliche außerirdische Signale könnten künftig eher den technischen Kommunikationsformen der KI-Systeme ähneln, mit denen wir sie suchen, als den Kommunikationsformen ihrer menschlichen Entwickler.“ Dies sei jedoch kein Grund zur Sorge, sondern vielmehr eine neue Herausforderung für die Übersetzung und Interpretation möglicher Botschaften.

Anzeige

Erste KI-Entdeckung eines Pulsars in Echtzeit

Die technische Pipeline hat nach Angaben des Unternehmens bereits einen ersten Erfolg erzielt: Dem Team gelang die erste Echtzeit-Entdeckung eines Pulsars mithilfe künstlicher Intelligenz. Pulsare sind schnell rotierende Überreste massereicher Sterne, die regelmäßige Strahlungspulse aussenden und deshalb häufig mit kosmischen Leuchttürmen verglichen werden. Der entdeckte Pulsar befindet sich im Krebsnebel.

Zum Thema

Als Amazon-Partner erhält GreWi bei qualifizierten Verkäufen eine Provision.

Als nächsten Schritt erproben die Beteiligten unter anderem offene KI-Modelle wie NVIDIA Nemotron. Diese sollen insbesondere dort eingesetzt werden, wo Daten direkt am Beobachtungsort verarbeitet werden müssen und schnelle Ergebnisse gefragt sind. Perspektivisch könnten solche Systeme auch an Observatorien zum Einsatz kommen, die unabhängig von einer permanenten Internetverbindung arbeiten – beispielsweise auf der erdabgewandten Seite des Mondes.

Die neue Technik ersetzt damit nicht die eigentliche wissenschaftliche Bewertung möglicher SETI-Signale. Sie soll vielmehr helfen, die gewaltigen Datenmengen effizienter zu durchsuchen und auffällige Muster schneller zu identifizieren. Ob sich darunter tatsächlich Hinweise auf außerirdische Technologie finden, muss sich noch zeigen.

WEITERE MELDUNGEN ZUM THEMA
SETI-Institute beschleunigt Suche nach außerirdischem Leben mit neuer KI-Technologie 4. November 2025
SETI@home: Finale Auswertung konzentriert sich auf 100 rätselhafte Signale 14. Januar 2026

Recherchequellen: NVIDIA, Breakthrough Listen, SETI Institute

© grewi.de

Anzeige
Artikeln teilen
Andreas Müller
Fachjournalist Anomalistik | Autor | Publizist

Andreas Müller ist ein deutscher Kornkreis- und UFO-Forscher, Journalist, Autor und Publizist mit dem Schwerpunkt Anomalistik. Mehr erfahren (Wikipedia)

Unterstützen Sie die tägliche journalistische Arbeit an GreWi

Wenn Sie GreWi unterstützen möchten, so können Sie dies am besten mit einem freiwilligen GreWi-Unterstützer-Abo tun – und erhalten dafür auch noch themenbezogenen Gegenleistungen und nehmen an allen unseren Buch- und Filmverlosungen teil.

Bücher von GreWi-Hrsg. Andreas Müller

Andreas Müller

Fachjournalist Anomalistik • Sachbuchautor • Publizist

Mehr auf Wikipedia

UFO – Ein Sachbuch (2026)

Deutschlands UFO-Akten: Über den politischen Umgang mit dem UFO-Phänomen in Deutschland …

Deutschlands historische UFO-Akten: Schilderungen unidentifizierter Flugobjekte und Phänomene in…

Kornkreise. Geometrie, Phänomene, Forschung

Phänomen Kornkreise: Forschung zwischen Volksüberlieferung, Grenz- und Naturwissenschaft

Hol Dir Deine
GreWi-App!
app-store play.google.com
..zeig, dass Du
ein GreWi bist!
Shop