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Buchneuerscheinung: Leben wir in einer virtuellen Realität?

Würzburg (Deutschland) – Glaubt man den Naturwissenschaften, so ist unsere Welt real. Die Dinge und Lebewesen, die in ihr vorkommen, existieren wirklich und lassen sich durch Naturgesetze beschreiben. Ganz anders sieht das ein neu erschienenes Buch, demzufolge wir in einer virtuellen Realität leben: Das Universum ist ein Rechenvorgang, in dem nichts von alldem, was wir alltäglich wahrnehmen, wirklich existiert.

Titelumschlag: "Die Substanz des Universums" von Bernd Pröschold.Copyright: verlag.koenigshausen-neumann.de
Titelumschlag: „Die Substanz des Universums“ von Bernd Pröschold.
Copyright: verlag.koenigshausen-neumann.de

Was klingen mag, wie die kühne These eines phantasiebegabten Programmierers, hat tiefe Wurzeln in Kybernetik, Neurobiologie und Quantenphysik. Dass Materie nicht die simple Struktur hat, in der sie uns erscheint, ist seit langem bekannt. Teilchen treten nicht als Partikel, sondern als Wellenfunktion durch einen Doppelspalt. Was dabei tatsächlich vor sich geht, interessiert die Physik nur am Rande: Solange mathematische Gleichungen korrekte Vorhersagen über den Ausgang von Laborexperimenten machen, könne man Fragen nach dem Wesen der Dinge guten Gewissens ignorieren.

Genau diesen metaphysischen Fragen geht das neu erschienene Buch „Die Substanz des Universums“ von Bernd Pröschold auf den Grund. Anders als die Physik ist die Philosophie mit der Frage nach einer Ursubstanz bestens vertraut: Besteht das Universum auf fundamentaler Ebene aus Geist, aus Materie oder aus etwas anderem.

„Der Physikalismus hat zwei große Schwächen“ erläutert Pröschold. „Er kann nicht erklären, wie Universen entstehen, wieso also überhaupt etwas ist. Und er kann nicht erklären, wie Elementarteilchen menschliches Erleben und Gefühle hervorbringen.“ Ein Universum, das nichts weiter tut als zu rechnen, vermeidet beide Probleme: Da das Nichts sich selbst negiert, ist es nicht stabil und beginnt Unterscheidungen zu prozessieren. Nach Jahrmilliarden der Evolution kann ein rechnendes Universum intelligente Beobachter hervorbringen, denen eine Welt erscheint, ein Phänomen, welches wir üblicherweise als Bewusstsein bezeichnen. Beobachter sind demnach keine realen Wesen in einer realen Welt, sondern selbstreferenzielle Prozesse, die Umweltinformationen verarbeiten.

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Interview: Beispiele aus und für die Anomalistik

Eine Überwindung des Physikalismus wird von der Anomalistik immer wieder gefordert. GreWi-Hrsg. Andreas Müller hat bei Bernd Pröschold nachgefragt, welche grenzwissenschaftlichen Phänomene durch die These vom rechnenden Universum erklärt werden können.

Pröschold: „Als Erstes kämen mir da Berichte über Reinkarnation in den Sinn. Mittlerweile gibt es viele gut dokumentierte Fälle, in denen Kinder von vergangenen Leben berichten. Der Physikalismus muss solche Fälle als Schwindel oder Zufall wegerklären. Wenn es nämlich das Gehirn ist, das Bewusstsein hervorbringt, stirbt das Bewusstsein mit dem Gehirn. Ich würde das aber genau umgekehrt sehen: Das Gehirn ist ein Produkt des Bewusstseins, also ein bloßes Phänomen, das einem selbstreferenziellen Rechenvorgang erscheint. Theoretisch wäre denkbar, dass derartige Rechenprozesse den Tod überdauern. Wie genau das geschehen soll, kann ich allerdings nicht sagen.“

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GreWi: Gäbe es noch weitere Phänomene, die sich dadurch erklären lassen, dass wir in Wirklichkeit in einer virtuellen Realität leben?

Pröschold: Vielleicht hilft die These vom rechnenden Universum, den ein oder anderen UAP-Fall besser zu verstehen. Immer wieder berichten Personen, die Zeuge von UAP-Sichtungen werden, von einer merkwürdigen Verzerrung der Realität: Landstraßen scheinen plötzlich wie leergefegt, die natürliche Geräuschkulisse wirkt wie ausgeschaltet. Die UAP-Forschung spricht vom sogenannten Oz-Faktor. Wenn wir davon ausgehen, dass die Welt, die uns erscheint, ohnehin nicht real ist, wird vorstellbar, dass sie anders erscheint, als wir es gewohnt sind. Das gilt insbesondere bei Extremerfahrungen wie der Begegnung mit fremden Entitäten. Wobei solche Entitäten natürlich selbst nichts weiter als selbstreferenzielle Rechenvorgänge sein können.

– Im aktuellen „Anomalistik-Podcast“ der Gesellschaft für Anomalistik (GfA) spricht der Autor mit David Garcia über seine Hypothese und das neue Buch.

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Recherchequelle: grewi.de, Anomalistik Podcast

© grewi.de

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Andreas Müller
Fachjournalist Anomalistik | Autor | Publizist

Andreas Müller ist ein deutscher Kornkreis- und UFO-Forscher, Journalist, Autor und Publizist mit dem Schwerpunkt Anomalistik. Mehr erfahren (Wikipedia)

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Bücher von GreWi-Hrsg. Andreas Müller

Andreas Müller

Fachjournalist Anomalistik • Sachbuchautor • Publizist

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