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Aus den Highlands ins Henge: Altar-Stein in Stonehenge stammt aus Schottland

Perth (Australien) – Neue Analysen werfen ein neues Licht auf die Herkunft und den möglichen Transportweg eines der rätselhaftesten Steine im Steinkreis von Stonehenge. Der sogenannte „Altar Stone“, ein rund sechs Tonnen schwerer Sandstein-Megalith, stammt demnach aus Schottland.

Heute liegt der Altarstein von Stonehenge (Kreis) begraben unter zwei großen, aus der Nähe (ca. 25 Kilometer) stammendenen Sarsensteinen. Copyright: National Heritage
Heute liegt der Altarstein von Stonehenge (Kreis) begraben unter zwei großen, aus der Nähe (ca. 25 Kilometer) stammendenen Sarsensteinen. Copyright: National Heritage

Nach der aktuell im „Journal of Quaternary Science“ (DOI: 10.1002/jqs.70080) veröffentlichten Studie stammt der Stein sehr wahrscheinlich aus dem Nordosten Schottlands. Damit hätte er eine Distanz von rund 700 Kilometern bis in die Salisbury Plains in Südengland zurückgelegt – aus Sicht neolithischer Gesellschaften eine enorme Strecke und Leistung.

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Eiszeit-Gletscher als Transportmechanismus ausgeschlossen

Die Studie baut auf früheren Forschungsergebnissen auf, die bereits nahelegten, dass Gletscherbewegungen nicht allein für die Verlagerung der Stonehenge-Monolithen verantwortlich gewesen sein können (…GreWi berichtete).

Zwar könnten Eisströme während der letzten Eiszeit einzelne Gesteinsfragmente über Teilstrecken transportiert haben, doch ein durchgehender natürlicher Transportweg bis nach Südengland gilt nun als ausgeschlossen. Modellierungen der Forscher zeigen, dass Gletscher möglicherweise Material bis in Regionen wie die heutige Doggerbank in der Nordsee bewegt haben könnten – jedoch nicht bis in den Süden Englands. Damit bleibt als entscheidender Faktor der Mensch.

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Menschliche Logistik über große Distanzen

Die Ergebnisse sprechen dafür, dass der „Altar Stone“ über weite Strecken aktiv von Menschen transportiert wurde. Laut den Forschern war dies kein einfacher, sondern ein hochkomplexer Prozess, der vermutlich mehrere Etappen umfasste.

Co-Studienleiter Dr. Anthony Clarke von der australischen Curtin University beschreibt den Vorgang als „gezielt und sorgfältig geplant“. Die Daten deuteten darauf hin, dass es keine durchgängigen natürlichen Transportkorridore gab, die den Stein direkt mit Stonehenge verbunden hätten. Stattdessen sei wahrscheinlich eine Kombination aus verschiedenen Transportformen genutzt worden: etwa das Ziehen über Land, ergänzt durch Fluss- oder Küstenrouten, wo immer dies möglich war.

Position des zentralen Altarsteins im Diagramm der Positionen der Steine von Stonehenge (Illu). Copyright/Quelle: Clarke et al., Nature 2024 / CC BY 4.0
Position des zentralen Altarsteins im Diagramm der Positionen der Steine von Stonehenge (Illu).
Copyright/Quelle: Clarke et al., Nature 2024 / CC BY 4.0
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Neolithische Gesellschaften offenbar deutlich organisierter als gedacht

Nachdem schon zuvor die schottische Herkunft des Steins vermutet wurde (…GreWi berichtete) liefert die Studie damit auch neue Einblicke in die sozialen Strukturen prähistorischer Gemeinschaften. Der Transport eines derart massiven Steins über hunderte Kilometer hinweg hätte laut den Forschern erhebliche Planung, Kooperation und technisches Verständnis erfordert.

Dr. Clarke betont, dass diese Leistungen auf eine weit entwickelte Organisation hindeuten. Die beteiligten Gruppen hätten offenbar nicht nur über geografisches Wissen verfügt, sondern auch über ausgefeilte Strategien zur Bewegung schwerer Lasten. Der Aufwand, einen sechs Tonnen schweren Monolithen über derart große Entfernungen zu bewegen, spreche für eine bemerkenswerte kollektive Zielsetzung – möglicherweise im religiösen oder zeremoniellen Kontext.

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Kombination aus Geologie und Computermodellen

Methodisch kombiniert die Studie mineralogische Datierungen mit modernen Computer- und Eismodellen. Dadurch konnten sowohl die Herkunft des Steins eingegrenzt als auch hypothetische Transportwege überprüft werden. Die Forschenden sehen in diesem interdisziplinären Ansatz einen Schlüssel zur Lösung langjähriger archäologischer Fragen rund um Stonehenge.

Trotz der Fortschritte bleibt die genaue Herkunftsregion des „Altar Stone“ in Nordostschottland weiter Gegenstand der Forschung. Zukünftige Studien sollen den exakten Steinbruch oder das Ursprungsgebiet präziser bestimmen und mögliche Transportkorridore detaillierter rekonstruieren.

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Recherchequelle: Curtin University

© grewi.de

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Andreas Müller
Fachjournalist Anomalistik | Autor | Publizist

Andreas Müller ist ein deutscher Kornkreis- und UFO-Forscher, Journalist, Autor und Publizist mit dem Schwerpunkt Anomalistik. Mehr erfahren (Wikipedia)

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Andreas Müller

Fachjournalist Anomalistik • Sachbuchautor • Publizist

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