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Analyse von Funden: Denisova-Menschen waren überraschend groß

Tokyo (Japan) – 2025 veröffentlichte Fossilienfunde in Taiwan, die Vertretern der sogenannten Denisova-Menschen zugeordnet werden konnten, liefern nun weitere Hinweise darauf, dass die Denisovaner deutlich größer und kräftiger gewesen sein könnten als bislang angenommen.

Symbolbild: Rekonstruktion eines Homo sapiens (l.), eines Neandertalers (m.) und eines Denisova-Menschen (r.) im auf Funden basierenden Größenmaßstab (Illu.).Copyright: grewi.de (KI erstellt)
Symbolbild: Rekonstruktion eines Homo sapiens (l.), eines Neandertalers (m.) und eines Denisova-Menschen (r.) im auf Funden basierenden Größenmaßstab (Illu.).
Copyright: grewi.de (KI erstellt)

Wie das Team um Yousuke Kaifu vom University Museum an der University of Tokyo aktuell vorab via BioRxiv.org berichten, haben untersucht zwei fossile Beinknochen untersucht, die vom Meeresboden westlich von Taiwan geborgen wurden. Nach den Analysen könnten sie zu zwei unterschiedlichen Denisova-Menschen gehört haben, deren Körpergröße und Gewicht teilweise an die größten bislang bekannten Neandertaler heranreichen.

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Zwei Beinknochen aus dem versunkenen Taiwan

Die Denisovaner sind eine archaische Menschengruppe, die zunächst vor allem anhand genetischer Spuren und weniger kleiner fossiler Überreste bekannt wurde. Ihre genaue Anatomie und insbesondere ihr Körperbau sind deshalb bislang nur unvollständig bekannt. Die neuen Funde könnten hier eine wichtige Lücke schließen.

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Untersucht wurden zwei Beinknochen, die aus marinen Sedimenten westlich von Taiwan stammen. Die Region war während der Eiszeit aufgrund des damals niedrigeren Meeresspiegels Teil einer größeren Landfläche. Die heute unter Wasser liegenden Landschaften können deshalb Fossilien menschlicher Populationen aus dieser Zeit enthalten. Die Zuordnung der Knochen zu Denisova-Menschen baut auf den bisherigen fossilen und genetischen Nachweisen dieser Menschengruppe in Ostasien auf. Die neuen Überreste erweitern damit zugleich das bislang äußerst fragmentarische Bild ihrer körperlichen Anatomie.

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Körpergrößen von bis zu 1,90 Metern

Besonders bemerkenswert sind die aus den Knochen abgeleiteten Körpermaße. Nach den Berechnungen der Forscher könnte eines der Individuen etwa 1,90 Meter groß gewesen sein und rund 91 Kilogramm gewogen haben. Für das zweite Individuum werden ungefähr 1,80 Meter Körpergröße und 83 Kilogramm Körpergewicht angegeben. Aufgrund der Größe der Knochen vermuten die Autoren, dass es sich bei beiden Individuen wahrscheinlich um Männer handelte. Eine genaue molekulare Geschlechtsbestimmung war allerdings nicht möglich.

Damit wären die beiden Denisovaner ausgesprochen groß gewesen – nicht nur im Vergleich zu vielen Menschen der damaligen Zeit, sondern auch im Vergleich mit heutigen Menschen. Die Forscher stellen ihre Schätzungen unter anderem einem etwa 40.000 Jahre alten modernen Menschen aus Tianyuan in China gegenüber, dessen Körpergröße auf ungefähr 1,70 Meter und dessen Gewicht auf rund 73 Kilogramm geschätzt wurde.

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Ein bislang unbekanntes Bild der Denisovaner

Die Bedeutung der Funde liegt deshalb weniger in der Entdeckung einer völlig neuen menschlichen Gruppe als in der Ergänzung eines bislang ungewöhnlich lückenhaften Fossilbestands. Von den Denisovanern sind zwar inzwischen verschiedene Überreste bekannt, doch lange Zeit stammten die wichtigsten Informationen über sie aus DNA-Analysen und einzelnen Zähnen, Finger- und Schädelfragmenten.

Mit den neuen Beinknochen erhalten Forscher erstmals konkretere Hinweise darauf, wie groß und robust zumindest einige Denisovaner tatsächlich waren. Die Ergebnisse sprechen zugleich dafür, dass die Denisovaner hinsichtlich ihrer Körpergestalt möglicherweise eine größere Vielfalt aufwiesen als bisher angenommen.

Die Autoren warnen allerdings davor, aus lediglich zwei Individuen unmittelbar auf die gesamte Denisovaner-Population zu schließen. Wie groß die durchschnittlichen Körpermaße dieser Menschen tatsächlich waren, lässt sich erst durch weitere Funde klären.

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Weitere Funde könnten das Bild verändern

Die Untersuchung verdeutlicht damit auch ein grundsätzliches Problem der Denisovaner-Forschung: Ein erheblicher Teil ihrer fossilen Geschichte dürfte noch unbekannt sein. Besonders interessant sind dabei heute überflutete Landschaften Ostasiens, die während der Eiszeit bewohnbares Land darstellten.

Die neuen Knochen liefern somit einen weiteren Baustein für die Rekonstruktion dieser lange rätselhaften Menschengruppe. Sollten weitere vergleichbare Funde hinzukommen, könnte sich das bisherige Bild der Denisovaner deutlich verändern – von einer vor allem genetisch bekannten Population hin zu einer zunehmend greifbaren menschlichen Gruppe mit einer möglicherweise ungewöhnlich großen und kräftigen körperlichen Erscheinung.

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Recherchequelle: BioRxiv.org

© grewi.de

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Andreas Müller
Fachjournalist Anomalistik | Autor | Publizist

Andreas Müller ist ein deutscher Kornkreis- und UFO-Forscher, Journalist, Autor und Publizist mit dem Schwerpunkt Anomalistik. Mehr erfahren (Wikipedia)

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Fachjournalist Anomalistik • Sachbuchautor • Publizist

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