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Hightech-Suche nach Nessie: Drohne soll Loch Ness hochauflösend kartieren

Drumnadrochit (Großbritannien) – Die Suche nach dem legendären Ungeheuer von Loch Ness geht in eine neue Phase: Mit modernster Unterwassertechnologie soll nun der Seegrund vor der ikonischen Ruine von Urquhart Bay deutlich genauer untersucht werden als jemals zuvor.

Blick über die Urquart Bay auf den sagenumwobenen Loch Ness.Copyright: A. Müller für GreWi.de
Blick über die Urquhart Bay auf den sagenumwobenen Loch Ness.
Copyright: A. Müller für GreWi.de

Wie der „Inverness Courier“ unter Berufung auf das in Drumnadrochit ansässige „The Loch Ness Experience“-Center berichtet, startet im kommenden Mai gemeinsam mit dem Meeresforschungsunternehmen „Deep Sea Vision“ eine neue Mission, bei der ein autonomes Unterwasserfahrzeug hochauflösende Bilder des Seegrunds aufnehmen soll. Im Fokus steht dabei insbesondere die sogenannte Urquhart Bay – ein Bereich des Sees, der in den vergangenen Jahren immer wieder als Hotspot für Sichtungen von „Nessie“ für Schlagzeilen sorgte, obwohl Sichtungen nicht nur von hier gemeldet wurden.

Die Untersuchung fällt zeitlich mit der jährlichen Suchaktion „The Quest 2026“ zusammen, die vom 28. bis 30. Mai stattfindet und erneut zahlreiche Interessierte und Forschende an den berühmtesten See Schottlands locken dürfte.

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Unterwasserdrohne „Micro Millie“ soll verborgene Strukturen sichtbar machen

Zum Einsatz kommt dabei das autonome Unterwasserfahrzeug „Micro Millie“. Die kompakte Unterwasserdrohne ist darauf ausgelegt, auch in schwierigen Umgebungen präzise zu navigieren und Gelände mit einer Auflösung im Zentimeterbereich zu kartieren.

Bislang verfügbare Karten des Seegrunds von Loch Ness erreichen meist nur eine Auflösung von etwa fünf bis zehn Metern. In diesem Maßstab lassen sich selbst größere Objekte – etwa in der Größe eines Fahrzeugs – kaum zuverlässig erkennen. Auch potenzielle Verstecke großer Tiere wie Höhlen, Spalten oder Öffnungen in den steilen Unterwasserschluchten des Sees blieben dabei weitgehend unsichtbar.

Moderne autonome Fahrzeuge wie „Micro Millie“ können dagegen Strukturen bis auf wenige Zentimeter, teils sogar Millimeter genau erfassen. Der Nachteil: Solch hochpräzise Vermessungen benötigen viel Zeit, weshalb bisher schätzungsweise nur zwei bis drei Prozent der rund 56 Quadratkilometer großen Fläche von Loch Ness in dieser Detailtiefe untersucht wurden.

Die Forschenden betonen, dass eine derart hohe Auflösung nicht zwingend notwendig sei, um ein großes unbekanntes Tier direkt aufzuspüren. Sie sei jedoch entscheidend, um die Lebensräume am Grund des Sees besser zu verstehen – und mögliche Rückzugsorte zu identifizieren.

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Wissenschaft statt nur Legende

Craig Wallace, Präsident für operative Aufgaben bei „Deep Sea Vision“, erklärt gegenüber der Zeitung, dass die Drohne Details sichtbar machen könne, die mit klassischen Vermessungsmethoden schlicht nicht erfassbar seien. Zudem ermögliche das System kostengünstigere und effizientere Untersuchungen als traditionelle, schiffsgestützte Vermessungen. Die aktuelle Mission sei deshalb nicht nur ein einzelner Einsatz, sondern der Beginn einer langfristigen Zusammenarbeit. Ziel sei es, Loch Ness über längere Zeit hinweg mit deutlich höherer Präzision zu kartieren und so ein besseres Verständnis seiner Unterwasserlandschaft zu gewinnen.

Auch für das Unternehmen selbst stellt der Einsatz eine Art Praxistest dar: Die Bedingungen in dem tiefen, kalten Süßwassersee gelten als technisch anspruchsvoll. Urquhart Bay dient daher zugleich als Testumgebung für das Fahrzeug unter realen Extrembedingungen.

Die Erhebung der Daten erfolgt von einem Boot aus, von dem die Drohne in einem klar definierten Bereich operieren wird. Die gewonnenen Scans sollen anschließend analysiert werden, um interessante Zonen für zukünftige Untersuchungen zu identifizieren.

Für „The Loch Ness Experience“ steht dabei nicht allein die Suche nach Nessie im Vordergrund. Managerin Nagina Ishaq betont, dass sich „The Quest“ jedes Jahr weiterentwickle und zunehmend auf wissenschaftliche Erforschung und Verständnis des Sees als Ökosystem konzentriere.

Zwar sei das Geheimnis um das Ungeheuer der weltweite Publikumsmagnet, doch Projekte wie dieses dienten vor allem dem Erkenntnisgewinn. Neue Technologien eröffneten heute Möglichkeiten, den See auf eine Weise zu erforschen, die bislang schlicht nicht möglich gewesen sei. Ob sich dabei tatsächlich Hinweise auf Nessie finden, bleibt offen. Sicher ist jedoch: Einer der berühmtesten Seen der Welt ist trotz jahrzehntelanger Untersuchungen noch immer erstaunlich wenig erforscht. Vermutlich ist es genau das, was ihn ihn bis heute so faszinierend und rätselhaft macht.

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Recherchequelle: Inverness Courier

© grewi.de

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Andreas Müller
Fachjournalist Anomalistik | Autor | Publizist

Andreas Müller ist ein deutscher Kornkreis- und UFO-Forscher, Journalist, Autor und Publizist mit dem Schwerpunkt Anomalistik. Mehr erfahren (Wikipedia)

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Andreas Müller

Fachjournalist Anomalistik • Sachbuchautor • Publizist

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