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UFOs mit Warp-Antrieb würden heller als die Sonne leuchten

Cambridge (USA) – Vermutungen darüber, wie UFOs zur Erde gelangen oder sich hier teilweise auf Art und Weisen fortbewegen, die irdische Technologie weit übertrifft, greifen oft auf einen hypothetischen Warp-Antrieb zurück. Eine aktuelle Untersuchung darüber, wie ein solcher Antrieb innerhalb der Erdatmosphäre mit dieser wechselwirken würde, stellt diese Vorstellung jedoch infrage.

Grafische Darstellung der atmosphärischen Effekte, die ein UFO mit Warp-Antrieb innerhalb der Erdatmosphäre erzeugen würde (Illu).Copyright: GreWi.de (KI erstellt)
Grafische Darstellung der atmosphärischen Effekte, die ein UFO mit Warp-Antrieb innerhalb der Erdatmosphäre erzeugen würde (Illu).
Copyright: GreWi.de (KI erstellt)

Tatsächlich gibt es zahlreiche UFO-Begegnungen, die schier unvorstellbare Beschleunigungen der beobachteten und in einigen Fällen sogar instrumentell detektierten Objekte schildern und belegen.

In seinem gerade erschienenen Buch „UFO – ein Sachbuch“ schildert der Anomalistik-Fachjournalist und GreWi-Herausgeber Andreas Müller auch solche Beispiele:
So geht aus den Akten von „Project Blue Book“ (der ersten systematischen Untersuchung von UFOs durch die US Air Force in den 1950–60er Jahren) auch die Detektion gleich dreier unidentifzierter Ziele unbekannter Art über dem hessischen Rothwesten am 14. Juni 1957 durch die Radarstation der dort stationierten 601. Aircraft Control and Warning Squadron (AWCRON) hervor, die sich „mit ungewöhnlich hohen Geschwindigkeiten fortzubewegen schienen: Das erste Ziel, das sich kurz nach seiner Erstdetektion in zwei Ziele aufteilte, war laut Radaranzeige mit 3.700 bis 5.555 km/h unterwegs. Hingegen bewegte zeitgleich eine DC-4 mit lediglich 355 km/h über den Radarschirm. Das zweite Ziel flog schon mit rund 20. km/h (ca. Mach 17 / 1 Mach = Schallgeschwindigkeit) und das dritte mit (glaubt man dem Bericht und der Originalangabe von ‚Meilen pro Minute‘ statt der zuvor verwendeten Angabe ‚Meilen pro Stunde‘) mit unglaublichen fast 590.000 km/h, was der rund 480-fachen Schallgeschwindigkeit entsprechen und weit jenseits atmosphärischer Flugmöglichkeiten liegen würde. Rein physikalisch hätte ein solches Objekt alleine aufgrund der Luftreibung in der Erdatmosphäre in einem gewaltigen Feuerball explodiert sein müssen, der mehr Energie freigesetzt hätte, als eine Atombombe. Erfreulicherweise blieb eine solche Explosion im November 1957 über Rothwesten jedoch aus.“

Auch 2004 berichtete US-Militärpiloten von der Sichtung und instrumentellen Detektion eines Objekts, das die Leistungsgrenzen menschlicher Technologie überschritt. In einer Aussage vor dem US-Kongress beschrieb der unter anderem der ehemalige Navy-Kommandant David Fravor die Beobachtung eines weiße, etwa 10 Meter großen „Tic-Tac“-förmigen Objekts, das in weniger als einer Sekunde rund 30 Kilometer absank. Die Sichtung von Fravor und weiteren Piloten wurde auch von den Bordinstrumenten des F/A-18-

Kampfjets auf Video gebannt und schlussendlich vom US-Pentagon als „unidentifiziert“ unter der Bezeichnung „FLIR“ 2020 offiziell veröffentlicht (…GreWi berichtete; nachdem es bereits 2017 in einem New-York-Times-Artikel gemeinsam mit weiteren Navy-UFO-Videos enthüllt worden war …GreWi berichtete).

Angesichts dieser beiden, für eine Vielzahl ähnlicher Vorfälle exemplarischen Beispiele enormer Beschleunigungen, wird oft die Vorstellung diskutiert, die beobachteten und detektierten Objekte könnten eine Art Warp-Antrieb nutzen, wie man sie aus Science-Fiction kennt.

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Science-Fiction trifft auf Science-Facts

Tatsächlich gibt es auch ein wissenschaftliches Gegenstück zu diesem fiktiven Konzept: Durch das Krümmen des Raums innerhalb einer (Warp-)Blase könnte ein Raumschiff darin mit einer effektiven Geschwindigkeit schneller als Licht bewegt werden. Diese Möglichkeit wird durch den sogenannten „Alcubierre-Antrieb“ beschrieben – eine theoretische Lösung der Gleichungen innerhalb der Allgemeinen Relativitätstheorie.

Die Erzeugung einer solchen Blase würde jedoch große Mengen einer exotische Substanz mit negativer Energiedichte erfordern. Ob eine solche Substanz existiert, ist unbekannt bis fraglich. Falls doch, könnte sie theoretisch nicht nur den Warp-Flug sondern auch Zeitreisen ermöglichen.

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Extreme Effekte in der Atmosphäre

Bewegt sich eine solche Warp-Blase mit Geschwindigkeiten nahe der Lichtgeschwindigkeit, ist die Verzerrung der Raum-Zeit (also der Struktur unseres Universums, unserer Realität) erheblich.

Hintergrund: UFO-Mythen und Warp-Antrieb
Tatsächlich ist die Behauptung, dass UFOs sich mit Warp-Antrieb fortbewegen würden und damit auch die teils exotischen Flugeigenschaften dieser Objekte erklärt werden könnten, Teil einiger weitläufigen UFO-Mythen:

So behauptet der US-Amerikaner Bob Lazar, Ende der 1980er-Jahre in einer geheimen Anlage mit der Bezeichnung „S-4“ nahe der legendären „Area 51“ an außerirdischen Fluggeräten gearbeitet zu haben. Dort habe die US-Regierung geborgene UFO-Technologie untersucht, insbesondere einen Gravitationsantrieb auf Basis von Element 115. Selbst innehrlab der UFO-Forschungs- und Fan-Gemeinschaft stoßen Lazars Behauptungen auf ebensoviel Glauben wie Skepsis.

Wenn auch mit eigener Terminologie, so beschreibt Lazar dennoch eine Art „Warp-Antrieb“, wenn er erklärt, dass UFOs ein starkes Gravitationsfeld erzeugen, welches den Raum vor dem Objekt krümmt, wodurch das Objekt selbs sich quasi nicht im klassischen Sinne bewegt. Wie bei Warp- bzw. Alcubierre-Antrieb wird der Raum also verzerrt statt durchquert.

Die von Loeb beschrieben, vermeintlich unausweichlichen Effekte einer solchen Fortbewegungstechnologie kommen in Lazars Erzählungen (bislang) hingegen nicht vor.

In einem aktuellen Medium-Artikel und im Austausch mit GreWi-Hrsg. Andreas Müller gibt der Harvard-Astronom Prof. Avi Loeb angesichts von Überlegungen, dass wie auch immer geartete Warp-Antriebe die unvorstellbaren Flugeigenschaften einiger UFOs erklären könnte, jedoch folgendes zu bedenken:

Zweidimensionale Darstellung eines Alcubierre-Antriebs, die die entgegengesetzten Bereiche von expandierender und kontrahierender Raumzeit zeigt, welche die zentrale Region verschieben. Copyright/Quelle: WikimediaCommons
Zweidimensionale Darstellung eines Alcubierre-Antriebs, die die entgegengesetzten Bereiche von expandierender und kontrahierender Raum-Zeit zeigt, welche die zentrale Region verschieben. Copyright/Quelle: WikimediaCommons

„In der Erdatmosphäre würde eine solche Struktur Luftmoleküle mit nahezu Lichtgeschwindigkeit verdrängen. Die unvermeidlichen Kollisionen dieser Moleküle würden die Luft extrem stark aufheizen. Dadurch entstünde ein Feuerball, der stärker wäre als die Leuchterscheinungen bei Meteoren oder sogar Atomexplosionen. Die Überschallbewegung der Luft würde außerdem zu einer Druckwelle führen, die sich nach außen ausbreitet und durch Strahlung wieder abkühlt.“

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Heller als die Sonne

Unter Annahme von Energieerhaltung würde die eingebrachte Wärme letztlich wieder als Strahlung abgegeben. Für ein Objekt von etwa 10 Metern Größe ergäbe sich laut Loeb dabei eine maximale Strahlungsleistung, die etwa dem Zehnfachen der Sonnenleuchtkraft entspricht. „Ein Warp-Antrieb in der Größenordnung der von Fravor beschriebenen Objekte müsste demnach heller als die Sonne leuchten.“ Das wurde jedoch 2004 eindeutig nicht beobachtet.

Zwar wäre die tatsächliche Strahlungsleistung etwas geringer, etwa aufgrund reduzierter Stoßwahrscheinlichkeiten bei relativistischen Geschwindigkeiten. Dennoch bliebe sie viel zu hoch, um mit den Beobachtungen vereinbar zu sein.

Selbst bei kleineren Objekten im Meterbereich könnte die Leuchtkraft noch etwa ein Zehntel der Sonnenleistung erreichen. Selbst bei minimal angenommenen Geschwindigkeiten von etwa 10 Kilometern pro Sekunde würde ein solches Objekt noch rund 30 Terawatt abstrahlen – ein Mehrfaches des weltweiten Stromverbrauchs. Auch ein derart intensives Leuchten wurde nicht beobachtet.

Natürlich ließe sich argumentieren, dass unbekannte Physik diese Schlussfolgerungen umgehen könnte. Solche Annahmen sollten laut Loeb jedoch nur dann ernsthaft in Betracht gezogen werden, wenn sie durch eindeutige wissenschaftliche Messdaten gestützt werden.

Zudem weist der Harvard-Professor und Direktor des „Galileo Project“ in seinem Artikel auf ein grundlegendes Problem hin: Augenzeugen können sich täuschen. So könne man etwa beim Autofahren im Rückspiegel ein Fahrzeug sehen und kurze Zeit später ein ähnliches vor sich – ohne dass es sich tatsächlich um dasselbe Fahrzeug handelt.

Übertragen auf UAPs bedeute das: Beobachtete Objekte könnten fälschlich als ein einzelnes, extrem schnelles Objekt interpretiert werden, obwohl es sich um mehrere unabhängige Erscheinungen handelt.

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Bedarf an systematischer Forschung

Diese Unsicherheiten unterstreichen einmal mehr die Notwendigkeit systematischer wissenschaftlicher Untersuchungen. Genau hier setzten instrumentelle Observations- und Detektionsansätze, wie das von Avi Loeb geleitete Galileo-Project an. Mittels Triangulation mit mehreren Beobachtungsstationen, sollen UFOs bzw. UAPs nicht nur rein visuell geortet, sondern ihre Entfernungen, Geschwindigkeiten und Beschleunigungen von am Himmel präzise ge- und vermessen werden. Auch in Deutschland verfolgt das „Interdisziplinäre Forschungszentrum für Extraterrestrik“ (IFEX) an der Universität Würzburg unter Prof. Hakan Kayal vergleichbare instrumentelle Ansätze der wissenschaftlichen Datengewinnung zu unidentifizierten Flugobjekten und anomalen Phänomenen im Luftraum.

Gemeinsames Ziel dieser und weiterer internationaler Bemühungen ist es, UAPs / UFOs nicht länger auf Grundlage subjektiver Eindrücke zu bewerten, sondern durch reproduzierbare Messdaten eindeutig zu charakterisieren.

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© grewi.de

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Andreas Müller
Fachjournalist Anomalistik | Autor | Publizist

Andreas Müller ist ein deutscher Kornkreis- und UFO-Forscher, Journalist, Autor und Publizist mit dem Schwerpunkt Anomalistik. Mehr erfahren (Wikipedia)

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Andreas Müller

Fachjournalist Anomalistik • Sachbuchautor • Publizist

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