Anzeige
Anzeige
Anzeige

US-Bundesstaat Vermont plant eigene UAP-Taskforce

Montpellier (USA) – Nachdem bereits New Jersey per Gesetz die Einrichtung eines staatlich finanzierten Forschungszentrums zu unidentifizierten Flugobjekten und anomalen Phänomenen beschlossen hat, sollen UFOs und UAPs nun auch im US-Bundesstaat Vermont von einer staatlichen Taskforce untersucht werden.

Der US-Bundesstaat Vermont.Copyright: WikimediaCommons
Der US-Bundesstaat Vermont.
Copyright: WikimediaCommons

Eingebracht wurde der Gesetzentwurf (H.654) von dem demokratischen Abgerodneten Troy Headrick. Er sieht die Einrichtung einer eigenen staatlichen Taskforce für Unidentified Anomalous Phenomena (UAP) vor. Mit der Initiative schließt sich Vermont einer wachsenden Zahl von US-Bundesstaaten an, die unbekannte Flugobjekte nicht länger als Randphänomen betrachten, sondern als potenziell relevantes Thema für Luftfahrt-, Sicherheits- und Infrastrukturfragen.

Anzeige

Staatliche Taskforce soll UFOs untersuchen

Geht es nach dem Entwurf, so soll die „Vermont Airspace Safety and Unidentified Anomalous Phenomena Taskforce“, dem lokalen Department of Public Safety unterstellt sein. Die Taskforce soll UAP-Meldungen systematisch erfassen, bewerten und koordinieren – insbesondere im Hinblick auf Risiken für den zivilen und militärischen Flugverkehr sowie für die öffentliche Sicherheit. Damit würde erstmals auf Ebene des Bundesstaates eine formalisierte Struktur zur Bearbeitung solcher Vorfälle entstehen.

Nach dem aktuellen Entwurf soll ein Gremium aus zehn Mitgliedern aus den Behörden für öffentliche Sicherheit, Verkehr, der Nationalgarde von Vermont, der Kriminalpolizei, Vertreter des Flughafensystems sowie technische Fachleute aus den Bereichen Luft- und Raumfahrt, Sensorik und Radartechnologie UAPs zukünftig untersuchen. Ziel sei eine ressortübergreifende Zusammenarbeit, die bislang bei UAP-Vorfällen häufig fehlte.

Anzeige

Externe UAP-Expertise

Ein zentrales Element des Gesetzes ist die Einbindung externer wissenschaftlicher Expertise. So soll die „Scientific Coalition for UAP Studies“ (SCU https://www.explorescu.org/) als primärer wissenschaftlicher Analyst fungieren. Die Organisation soll gemeldete Vorfälle mit etablierten technischen und naturwissenschaftlichen Methoden untersuchen und ihre Ergebnisse der Taskforce zur Verfügung stellen. Politische Bewertungen und öffentliche Kommunikation verbleiben jedoch ausdrücklich bei den staatlichen Stellen.

Auch Transparenz spielt in dem Gesetz eine zentrale Rolle: Die Taskforce wäre verpflichtet, mindestens einmal jährlich eine öffentliche Sitzung abzuhalten, eine frei zugängliche Website mit relevanten Informationen zu betreiben und bis zum 15. Dezember eines jeden Jahres einen Bericht an den Gouverneur sowie an mehrere parlamentarische Ausschüsse vorzulegen. Vertrauliche oder sicherheitsrelevante Inhalte sollen jedoch auch hier weiterhin ausgenommen bleiben.

Unterstützung erhält das Vorhaben von der US-Pilotenorganisation „Americans for Safe Aerospace“ (ASA), die sich seit Jahren für eine sachliche und sicherheitsorientierte Behandlung von UAP-Meldungen einsetzt. ASA-Gründer Ryan Graves, selbst ehemaliger US-Navy-Pilot und bekannter UAP-Zeuge betonte, dass es bei der Gesetzesinitiative ausdrücklich nicht um spekulative Annahmen gehe, sondern um belastbare Strukturen zur Bewertung von Luftraumvorfällen: „Unbekannte Objekte stellen für Piloten ein reales Sicherheitsrisiko dar und müssten entsprechend erfasst und analysiert werden.“

Der Vorstoß aus Vermont folgt zeitlich auf ähnliche Entwicklungen in anderen US-Bundesstaaten. Erst kürzlich hatte New Jersey ein Gesetz verabschiedet, das unter anderem ein staatlich finanziertes UAP-Forschungszentrum vorsieht (…GreWi berichtete). Beobachter sehen darin einen Trend: Während es auf Bundesebene zwar gesetzliche Rahmenwerke und Anhörungen gebe, fehle es weiterhin an operativer Forschung, konsistenter Datenerhebung und klaren Zuständigkeiten. Die Bundesstaaten beginnen nun, diese Lücke selbst zu schließen.

Der Gesetzentwurf verweist zudem ausdrücklich auf den „UAP Disclosure Act“ von 2023, der auf Bundesebene neue Standards für Transparenz, Archivierung und Koordination geschaffen hat. Vermont reagiert damit auch auf konkrete Vorfälle im eigenen Bundesstaat, darunter Meldungen über niedrig fliegende, drohnenähnliche Objekte, die Polizeieinsätze auslösten und Fragen zur Zuständigkeit aufwarfen.

Die parlamentarische Beratung von H.654 beginnt im House Government Operations Committee. Sollte das Gesetz verabschiedet werden, könnte die Taskforce ihre Arbeit schon ab dem 1. Juli 2026 aufnehmen. Unabhängig vom Ausgang gilt der Vorstoß bereits jetzt als weiteres Indiz dafür, dass UAP in den USA zunehmend als reguläres sicherheitsrelevantes Phänomen behandelt werden – jenseits von Spekulationen über außerirdische Ursachen.

WEITERE MELDUNGEN ZUM THEMA
Neue Gesetze zur UFO-Forschung in Kraft – Verbindliche Vorgaben in New Jersey und im US-Verteidigungshaushalt 30. Dezember 2025
UFO-Barometer Europa: Mehr als 32.000 UFO-Meldungen 2019–2024 29. Dezember 2025
University at Albany erhält Großspende zur Förderung wissenschaftlicher UAP-Forschung 18. November 2025

Quelle: ASA, vermont.gov

© grenzwissenschaft-aktuell.de

Anzeige
Artikeln teilen
Andreas Müller
Fachjournalist Anomalistik | Autor | Publizist

Andreas Müller ist ein deutscher Kornkreis- und UFO-Forscher, Journalist, Autor und Publizist mit dem Schwerpunkt Anomalistik. Mehr erfahren (Wikipedia)

Unterstützen Sie die tägliche journalistische Arbeit an GreWi

Wenn Sie GreWi unterstützen möchten, so können Sie dies am besten mit einem freiwilligen GreWi-Unterstützer-Abo tun – und erhalten dafür auch noch themenbezogenen Gegenleistungen und nehmen an allen unseren Buch- und Filmverlosungen teil.

Bücher von GreWi-Hrsg. Andreas Müller

Andreas Müller

Fachjournalist Anomalistik • Sachbuchautor • Publizist

Mehr auf Wikipedia

UFO – Ein Sachbuch (2026)

Deutschlands UFO-Akten: Über den politischen Umgang mit dem UFO-Phänomen in Deutschland …

Deutschlands historische UFO-Akten: Schilderungen unidentifizierter Flugobjekte und Phänomene in…

Kornkreise. Geometrie, Phänomene, Forschung

Phänomen Kornkreise: Forschung zwischen Volksüberlieferung, Grenz- und Naturwissenschaft

Hol Dir Deine
GreWi-App!
app-store play.google.com
..zeig, dass Du
ein GreWi bist!
Shop