Spuren einstigen flüssigen Wassers auf Asteroid Donaldjohanson
San Antonio (USA) – Die NASA-Raumsonde „Lucy“ hat beim Vorbeiflug am Asteroiden Donaldjohanson eine Reihe unerwarteter Entdeckungen gemacht. Unter anderem entdeckte die Sonde Spuren von ehemals flüssigem Wasser und damit ein Beleg dafür, dass dieses auch auf dem einstigen Mutterkörper des kosmischen Brockens geflossen sein muss.

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Wie Forschende des Southwest Research Institute (SwRI) um Dr. Simone Marchi aktuell im Fachjournal „Science“ (DOI: 10.1126/science.aec0503) berichten, zeigt die Auswertung der Beobachtungen vom 20. April 2025, auch eine ungewöhnliche Rotationsbewegung des rund 800 Meter großen Himmelskörpers.
Asteroid taumelt durch das All
Die neuen Analysen zeigen, dass Donaldjohanson nicht einfach gleichmäßig um seine Achse rotiert. Sondern sich eher torkelnd durch den Raum bewegt. Während er sich etwa alle 10,5 Erdtage einmal um seine Längsachse überschlägt, „taumelt“ er zusätzlich um eine zweite Achse und vollführt dabei alle 26,5 Tage eine weitere Rotationsbewegung.
Die Aufnahmen der Sonde bestätigten zudem frühere Vermutungen, die bereits auf teleskopischen Beobachtungen von der Erde beruhten. Donaldjohanson besitzt eine stark längliche Form und ähnelt so einer Erdnuss. Der Asteroid besteht aus zwei deutlich ausgeprägten Teilkörpern, die durch einen schmaleren Bereich miteinander verbunden sind. Solche sogenannten Kontakt-Doppelasteroiden entstehen, wenn sich zwei ursprünglich getrennte Körper mit geringer Geschwindigkeit zusammenschließen.
Hintergrund
Der Asteroid „Donaldjohanson“ trägt seinen Namen zu Ehren des Paläoanthropologen Donald Johanson, der 1974 in Äthiopien das berühmte Fossil „Lucy“ entdeckte. Das rund 3,2 Millionen Jahre alte Skelett eines frühen Vormenschen zählt zu den bedeutendsten Funden der Menschheitsgeschichte und gab auch der NASA-Mission ihren Namen. Die jüngsten Ergebnisse zeigen nun, dass die Raumsonde „Lucy“ ihrem Namensgeber alle Ehre macht: Sie liefert neue Einblicke in die Vergangenheit – diesmal allerdings nicht in die Geschichte der Menschheit, sondern in jene unseres Sonnensystems.
Hinweise auf Wasser in der Frühgeschichte
Neben der ungewöhnlichen Gestalt und Rotation registrierten die Instrumente der Sonde auch eisenreiche Tonminerale auf der Oberfläche des Asteroiden. Solche Minerale entstehen eigentlich nur in Wechselwirkung mit flüssigem Wasser.
Die Entdeckung deutet demnach darauf hin, dass Donaldjohanson oder sein Mutterkörper in ferner Vergangenheit Wasser enthielt. Nach Einschätzung der Forschenden entstand der Asteroid wahrscheinlich aus den Bruchstücken eines größeren wasser- und kohlenstoffreichen Asteroiden. Dieser ursprüngliche Körper wurde vor etwa 155 Millionen Jahren bei einer Kollision im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter zerstört.
Die Zusammensetzung der nachgewiesenen Tonminerale ähnelt jener bestimmter kohlenstoffreicher Meteoriten, die bereits auf der Erde untersucht wurden. Damit liefern die Messungen weitere Hinweise darauf, dass Wasser in den frühen Entwicklungsphasen vieler Asteroiden eine größere Rolle gespielt haben könnte als lange angenommen.
Generalprobe für Lucys eigentliches Ziel
Der Vorbeiflug an Donaldjohanson diente vor allem als Testlauf für die eigentliche wissenschaftliche Mission von „Lucy“. In den kommenden Jahren soll die Sonde die sogenannten Trojaner-Asteroiden erforschen – zwei große Gruppen urtümlicher Himmelskörper, die Jupiter auf seiner Bahn um die Sonne vorauslaufen beziehungsweise folgen.
Diese Asteroiden gelten als weitgehend unveränderte Überreste aus der Entstehungszeit des Sonnensystems vor rund 4,5 Milliarden Jahren. Forschende hoffen daher, durch ihre Untersuchung neue Erkenntnisse über die Bildung der Planeten und die frühe Entwicklung unseres Sonnensystems zu gewinnen.
„Diese Begegnung gab uns die Möglichkeit, unsere Instrumente und Arbeitsabläufe zu testen und sicherzustellen, dass wir bereit sind, wenn wir die Trojaner erreichen“, so Marchi. Die Forschenden erwarten, dass die Untersuchungen der Jupiter-Trojaner bisherige Vorstellungen über die Entstehung des Sonnensystems möglicherweise grundlegend herausfordern könnten.
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Recherchequelle: SwRI
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