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Licht statt Raketen: Neue Perspektiven für die interstellare Raumfahrt

College Station (USA) – Schon eine Reise zum nächstgelegenen Sternen- und Planetensystem Alpha Centauri würde mit heutiger, konventioneller Raketentechnologie mehrere hunderttausend Jahre dauern. Ein Argument, das nicht zuletzt gerne gegen die Vorstellung einer außerirdischen Herkunft von UFOs/UAPs benutzt wird. Ein Forschungsteam aus Texas präsentiert nun jedoch einen Ansatz, der dieses Szenario grundlegend verändern könnte: Fortbewegung allein durch Licht.

Ein Metasurface-„Metajet“ wird unter Laserbeleuchtung bewegt und demonstriert dabei lichtgetriebene Manöver.Quelle: Dr. Shoufeng Lan
Ein Metasurface-„Metajet“ wird unter Laserbeleuchtung bewegt und demonstriert dabei lichtgetriebene Manöver.
Quelle: Dr. Shoufeng Lan

Im Zentrum der aktuell im Fachjournal „Newton“ (DOI: 10.1016/j.newton.2026.100471) veröffentlichten Studie steht die Idee, Objekte mithilfe von Laserstrahlung nicht nur anzuheben, sondern auch gezielt in verschiedene Richtungen zu steuern – und das völlig ohne mechanischen Kontakt oder Treibstoff. Wie das Team um Dr. Shoufeng Lan von der Texas A&M University erläutert, könnte eine solche Technologie interstellare Reisen langfristig drastisch verkürzen und theoretisch sogar Flüge zu Alpha Centauri schon in wenigen Jahrzehnten ermöglichen.

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Mikroskopische „Metajets“ als Testsysteme

Die Grundlage der Experimente bilden sogenannte Metajets – mikrometergroße Strukturen, die gezielt auf Licht reagieren. Diese bestehen aus sogenannten Metaoberflächen (Metasurfaces), also ultradünnen Materialien mit speziell angeordneten Nanostrukturen. Diese Strukturen erlauben es, Licht auf präzise Weise zu manipulieren und dessen Impuls gezielt auf ein Objekt zu übertragen.

Das physikalische Prinzip dahinter ist simpel, aber wirkungsvoll: Licht besitzt Impuls. Wird es reflektiert oder gebrochen, überträgt es einen Teil dieses Impulses auf die Oberfläche – vergleichbar mit winzigen Stößen, die ein Objekt bewegen können. Die Forschenden nutzten diesen Effekt gezielt aus, indem sie die Materialstruktur so entwarfen, dass Lichtstrahlen in definierte Richtungen gelenkt werden.

Das Ergebnis: Die Metajets konnten sich unter Laserbestrahlung nicht nur linear bewegen, sondern erstmals auch kontrolliert in drei Dimensionen manövrieren. Diese vollständige räumliche Steuerbarkeit gilt als entscheidender Fortschritt gegenüber bisherigen Ansätzen optischer Antriebssysteme.

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Vom Nanolabor zur interstellaren Vision

Zwar sind die aktuellen Versuchssysteme mit Größen von wenigen Dutzend Mikrometern noch extrem klein – deutlich dünner etwa als ein menschliches Haar –, doch die zugrunde liegenden physikalischen Prinzipien sind skalierbar. Entscheidend ist nicht die Größe des Objekts, sondern die verfügbare Lichtleistung. Mit ausreichend starken Laserquellen könnten die gleichen Mechanismen theoretisch also auch auf größere Systeme angewendet werden.

Ein wesentlicher Unterschied zu bisherigen Konzepten liegt darin, dass die Steuerung nicht über die Form oder Modulation des Lichtstrahls erfolgt, sondern direkt in der Materialstruktur selbst „eingebaut“ ist. Dadurch wird eine flexiblere und potenziell effizientere Kontrolle der Bewegung möglich.

Die Herstellung dieser Metasurfaces erfordert allerdings höchste Präzision im Nanobereich. Form, Ausrichtung und Position jedes einzelnen Strukturelements müssen exakt definiert werden, um die gewünschten Effekte zu erzielen. Die Experimente selbst wurden in einer Flüssigkeitsumgebung durchgeführt, um den Einfluss der Schwerkraft zu reduzieren und die lichtgetriebene Bewegung besser beobachten zu können.

Parallel zu dieser Entwicklung arbeiten weltweit weitere Forschungsgruppen an ähnlichen Konzepten lichtbasierter Antriebe, etwa zur Stabilisierung von Laser-Segel-Systemen oder zur Nutzung diffraktiver Strukturen. Die aktuelle Arbeit liefert jedoch einen wichtigen Beitrag, da sie die zugrunde liegenden physikalischen Mechanismen systematisch beschreibt und experimentell demonstriert.

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Zukunftsvisionen

Die Forschenden planen nun, ihre Experimente in Mikrogravitationsumgebungen auszuweiten, um die Effekte unter realistischeren Weltraumbedingungen zu untersuchen. Gleichzeitig fließen die Ergebnisse bereits in die Ausbildung ein und tragen dazu bei, das Interesse an der Erforschung lichtbasierter Antriebssysteme weiter zu steigern.

Langfristig könnte diese Technologie eine neue Klasse von Antriebssystemen ermöglichen, bei denen Licht selbst zur treibenden Kraft wird – von mikroskopischen Geräten bis hin zu Raumsonden, die ohne klassischen Treibstoff durch das All navigieren.

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Recherchequelle: Texas A&M University, Newton

© grewi.de

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Andreas Müller
Fachjournalist Anomalistik | Autor | Publizist

Andreas Müller ist ein deutscher Kornkreis- und UFO-Forscher, Journalist, Autor und Publizist mit dem Schwerpunkt Anomalistik. Mehr erfahren (Wikipedia)

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Andreas Müller

Fachjournalist Anomalistik • Sachbuchautor • Publizist

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