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Fossilienfund belegt: Meeressaurier lebten auch im Süßwasser

Paris (Frankreich) – Neue, in Südfrankreich entdeckte Fossilien einer bislang unbekannten Mosasaurier-Art wiederlegen die bisherige Vorstellung davon, dass die Wasserreptilien nicht nur im salzigen Meerwasser, sondern auch in Süßwasserlebensräumen existierten. Die Entdeckung könnte auch für Kryptozoologen interessant sein.

Künstlerische Rekonstruktion anhand der nahe Aix-en-Provence gefundenen Mosasaurier-Fossilien (Illu.).Copyright/Quelle: Thierry Tortosa / paleo.mnhn.fr
Künstlerische Rekonstruktion anhand der nahe Aix-en-Provence gefundenen Mosasaurier-Fossilien (Illu.).
Copyright/Quelle: Thierry Tortosa / paleo.mnhn.fr

Wie Forschende um Nathalie Bardet vom Centre de recherche en paléontologie vorab via BioRxiv und im „Peer Community Journal 6“ berichten, haben sie die Fossilien in einem ehemaligen See- beziehungsweise Stillwasserbereich nahe Aix-en-Provence entdeckt. Die rund 2,5 Meter großen Tiere lebten demnach vor rund 85 Millionen Jahren.

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Mosasaurier auch im Süßwasser zuhause

Besonders bemerkenswert ist der Fundort: Bislang galten Mosasaurier als ausschließlich marine Reptilien, die während der späten Kreidezeit in den Ozeanen lebten. Die jetzt untersuchten Fossilien deuten dagegen darauf hin, dass sich zumindest eine Linie dieser Tiere auch an das Leben in Süßwasser angepasst hatte.

Die Mosasaurier lebten in der Kreidezeit vor etwa 66 bis 100 Millionen Jahren. Einige Vertreter erreichten Längen von bis zu 15 Metern und waren mit flossenartigen Gliedmaßen hervorragend an das Leben im Meer angepasst. Der nun untersuchte Fund unterscheidet sich davon jedoch deutlich.

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Zwischen Land- und Wasserleben

Die bei Aix-en-Provence gefundenen Knochen weisen nach Angaben der Forscherinnen und Forscher sowohl Merkmale von Land- als auch von Wassertieren auf. Während typische Hochsee-Mosasaurier über sogenannte Schwimmflossen verfügten, besaß das untersuchte Tier eher Gliedmaßen, die denen von Landlebewesen ähnelten.

Gleichzeitig sind die Knochen auffallend kompakt. Eine solche Knochenstruktur ist insbesondere von Meerestieren bekannt. Sie erhöht das Körpergewicht im Verhältnis zum Volumen und verringert dadurch den Auftrieb. Dadurch konnten die Tiere leichter abtauchen und sich unter Wasser mit vergleichsweise geringem Energieaufwand bewegen.

Die Wissenschaftlerinnen gehen deshalb davon aus, dass der gefundene Mosasaurier an ein Leben in flachem Wasser angepasst war und sich dort überwiegend untergetaucht fortbewegte und jagte. Gegenüber „ICI Provence“ erläutert Houssaye, dass der Fund zeige, dass die Evolution der Mosasaurier komplexer und vielfältiger gewesen sei als bislang angenommen. Die Tiere seien demnach nicht ausschließlich große Meeresräuber gewesen, sondern konnten unterschiedliche Anpassungen und Lebensweisen entwickeln.

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Fossilien aus einem Süßwasserökosystem

Ein weiterer Hinweis auf den Süßwasser-Lebensraum des Tieres ergibt sich aus den übrigen Fossilien am Fundort. Dort fanden die Forschenden unter anderem Überreste von Muscheln, Schencken und anderen Weichtieren, die ebenfalls in Süßwasser lebten.

Damit ergebe sich ein gemeinsames Bild: Der entdeckte Mosasaurier war an ein Süßwasser-Umfeld angepasst. Die Kombination aus den anatomischen Merkmalen des Tieres und den Fossilien anderer Süßwasserorganismen spricht nach Einschätzung der Forscherinnen dafür, dass sich hier tatsächlich eine Mosasaurier-Linie in einem solchen Lebensraum etablierte. Die Entdeckung erweitere damit das bisherige Bild dieser ausgestorbenen Reptiliengruppe. Sie zeigt, dass sich Mosasaurier offenbar auch außerhalb der offenen Meere an unterschiedliche ökologische Bedingungen anpassen konnten.

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Überlebende Mesosaurier als Erklärung für Seeungeheuer?

Auch wenn dieser Aspekt nicht Teil der Ausführungen der französischen Forscher sind, könnte die Entdeckung auch einer seit Jahrzehnten andauernde Debatte um angebliche Seeungeheuer wie das sagenumwobenen „Ungeheuer von Loch Ness“ (Nessie) oder dessen angebliches Gegenstück im nordamerikanischen Lake Champlain (Champ) erneut entfachen.

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Vertreter der Theorie, dass es sich bei Nessie, Champ und Co nicht nur um Fabelwesen und Schwindel, sondern um real existierende Tiere und eben bis heute überlebende Urzeitwesen handeln könne, argumentieren von jeher, dass es sich um an Süßwasserumgebungen angepasste Meeresreptilien wie Plesiosaurier handeln könnte. Lange Zeit galt der bekannte Lebensraum der Tiere im offenen Meer als fundiertes wissenschaftliches Gegenargument gegen diese Vermutung. Schon 2022 legten Funde in einem rund 100 Millionen Jahre alten ehemaligen Flusssystem in der marokkanischen Sahara nahe, dass nicht alle Varianten der langhalsigen Plesiosaurier nicht nur im Meer, sondern einige von ihnen auch in Frischgewässern lebten (…GreWi berichtete). Der Nachweis von Süßwasser-Mesosauriern auf dem europäischen Kontinent, könnte somit einen weiteren Kandidaten für die Hypothese von überlebenden Urzeittieren als Erklärung für Seeungeheuer liefern.

WEITERE MELDUNGEN ZUM THEMA
Neue Plesiosaurier-Fossilien zeigen: „Nessies Vorfahren“ lebten nicht nur im Meer 27. Juli 2022

Recherchequelle: paleo.mnhn.fr, ICI Provence

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Andreas Müller
Fachjournalist Anomalistik | Autor | Publizist

Andreas Müller ist ein deutscher Kornkreis- und UFO-Forscher, Journalist, Autor und Publizist mit dem Schwerpunkt Anomalistik. Mehr erfahren (Wikipedia)

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Fachjournalist Anomalistik • Sachbuchautor • Publizist

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