Limina – Nr. 3 des „Journal für UAP Studies“ erschienen
New York (USA) – Seit 2024 veröffentlicht die akademisch orientierte „Society for UAP Studies“ (SUAPS) mit „Limina – The Journal for UAP Studies“ das derzeit einzige akademisch-wissenschaftliche Fachjournal für UAP- und UFO-Forschung. Auch im aktuell erschienenen dritten Band sind deutsche Forscher als Autoren von Beiträgen und Essays vertreten.

Copyright/Quelle: SUAPS/Liminia
„Band 3, Nummer 1 von „Limina“ versammelt Arbeiten, die der Frage nachgehen, was UAP-Studien werden müssen, wenn sie Phänomene erfassen soll, die übernommene Kategorien von Beweisen, Methoden, Erfahrungen, Interpretationen, Recht und politischem Denken an ihre Grenzen bringen“, so ein Auszug aus dem Vorwort der aktuellen Ausgabe.
Die Ausgabe behandelt „unidentifizierte Flugobjekte und anomale Phänomene“ (UAPs/UFGOs) denn auch nicht als bereits festgelegtes Untersuchungsobjekt, sondern als ein feldbestimmendes Problem der Abgrenzung, Terminologie und subdisziplinären Organisation. Anschließend wendet sie sich den Infrastrukturen des Wissens zu: Verfahrensstandards für von Regierungen stammende Daten, multimodale Plasmadiagnostik für die physikalische Untersuchung sowie longitudinale Methoden zur Analyse von Erfahrungsberichten als strukturierten Datensätzen.
Hierzu erörtert Dr. Danny Ammon von der Gesellschaft zur Erforschung des UFO-Phänomens (GEP) in seinem Artikel konstituierende Aufgaben bei der Entwicklung von UAP Studies als neuer akademischer Disziplin: „Ausgehend von der historischen Entwicklung der Terminologie von ‚Flying Saucers‘ [fliegenedne Untertassen] über ‚UFOs‘ bis hin zu ‚UAP‘ zeigt der Artikel, wie Veränderungen der Bezeichnungen tiefere Probleme der begrifflichen Klarheit widerspiegeln“, so Ammon im Abstract und führt dazu weiter aus: „Ich argumentiere, dass eine Verankerung der Disziplin in einer Vielzahl unbekannter Phänomene – von Himmelsphänomenen bis hin zu Berichten über Begegnungen und Entführungen – unter der Annahme einer gemeinsamen extraterrestrischen Ursache sie im Sinne C. G. Jungs auf einem ‚modernen Mythos‘ gründen würde. Dies schafft ein Abgrenzungsproblem, das eine klare Definition grundlegender Begriffe sowie die Entwicklung valider Hypothesen und wissenschaftlicher Methoden verhindert und stattdessen eine vorgegebene Korrelation begünstigt.
Der Artikel argumentiert für die Notwendigkeit von ‚Boundary-Work‘, also einer sorgfältigen Abgrenzung eigenständiger Subdisziplinen mit jeweils unterschiedlichen Hypothesen und Methoden. Ich schlage Objektforschung, Beobachtungsforschung und Begegnungsforschung als neue Subdisziplinen vor und betone zugleich, dass bei ihren jeweiligen Forschungsgegenständen nicht von einer einheitlichen Natur ausgegangen werden sollte.
Eine weitere Strukturierung würde die methodische Strenge schärfen und UAP Studies stärker in angrenzende wissenschaftliche Fachgebiete integrieren. Indem diese grundlegenden Fragen adressiert werden, leistet der Artikel einen Beitrag zur Etablierung von UAP Studies als glaubwürdiger und klar definierter akademischer Disziplin – mit dem langfristigen Ziel, Begriffe wie ‚UAP‘ letztlich überflüssig zu machen.“
Von hier aus erweitert die Ausgabe den Blick auf interpretative und kulturelle Fragen und untersucht High-Strangeness, Absurdität, die Kontrollsystem-Hypothese des UFO-Pioniers Vallées, Trauma und mittelalterliche Erzählformen als Bereiche, in denen Anomalien die Grenzen konventioneller Erklärungen herausfordern.
Schließlich wirft Limina Nr. 3 durch das Essay des Berliner Anwalts und Autor des Buches „Rechtsfragen beim Kontakt mit Extraterrestrischen“ Klaus Stähle die Frage nach dem Unbekannten auf Recht und politische Theorie und fragt, wie nichtmenschliche Intelligenz, Astropolitik, Weltraummacht, Souveränität und das Alien als Figur der Äußerlichkeit die begriffliche Architektur menschlicher Institutionen verändern könnten.

Ausgehend von der Annahme, dass UAPs immer wieder und gerade populär eine Verbindung zu einer Intelligenz zugeschrieben wird, die als nichtmenschliche Intelligenz (Non-Human Intelligence, NHI) eingestuft werden könnte, wirft Stähle darin die Frage nach der schwer fass- und nicht greifbaren Natur des UAP-/UFO-Phänomens auf, „warum die zugrunde liegende Intelligenz für uns unerreichbar bleibt und warum es uns so schwerfällt, sie zu verstehen.“ Der vom Autor vorgeschlagenen Hypothese zufolge liegt der Grund für diese Unfassbarkeit und die Schwierigkeit des Verstehens darin, dass die Erde im Verhältnis zur NHI ein Kondominium im Sinne des Völkerrechts darstellt.
„Ein bestimmendes Merkmal eines Kondominiums ist seine fehlende vollständige Rechtsfähigkeit nach dem Völkerrecht. Ein Kondominium bezeichnet die gemeinsame Ausübung von Hoheitsgewalt über die Erde durch mehrere Völkerrechtssubjekte, ohne dass die Erde selbst gegenüber dieser anderen Welt oder diesen anderen Welten Trägerin souveräner Rechte wäre. Dieser nahezu vollständig rechtslose Status gründet auf Prinzipien des Naturrechts, nach denen das oder die NHI-Völkerrechtssubjekte die Verantwortung für die Folgen eines Kontakts mit substanziellem Informationsaustausch teilen würden – also für das Chaos und die Schäden, die durch einen solchen Kontakt ausgelöst würden.
Das bedeutet, dass NHI-Völkerrechtssubjekte einen offenen Kontakt vermeiden, um keine Katastrophe auszulösen, für die sie selbst oder die Erde verantwortlich gemacht werden könnten. Die Folge ist, dass das Kondominium bestehen bleibt, solange die Menschheit einen Kontakt mit NHI nicht rechtlich, institutionell und wirtschaftlich vorbereitet hat.
Unsere objektiven Beobachtungen von UAPs und unsere subjektiv begründeten Annahmen über die dahinterstehende Intelligenz sind demnach nicht mehr als eine Wahrnehmung eines Zustands der Unreife: des völkerrechtlichen Status eines Kondominiums.“
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Zusammengenommen zwingen die Beiträge in Ausgabe 3 UAP nicht in einen einzigen Erklärungsrahmen. Stattdessen definieren sie die Grenzbedingungen, unter denen verantwortungsvolle Forschung stattfinden kann: auf der Ebene von Beweisen, Methoden, Erfahrungen, Geschichte, Recht und Politik. Damit markiert Band 3.1 markiert einen entscheidenden Schritt in dem Bemühen des noch jungen Journals, „UAP Studies als ein rigoroses, interdisziplinäres und institutionell glaubwürdiges Forschungsfeld aufzubauen.
Herausgegeben wird Limina von der Society for UAP Studies (SUAPS).
Wie schon Ausgabe 1, so ist auch die 3. Ausgabe vollständig nach dem OpenSource-Access online verfügbar.
WEITERE MELDUNGEN ZUM THEMA
Limina – The Journal of UAP Studies: 2. Ausgabe des wissenschaftlichen Fachjournals für UFO-Forschung erschienen 13. März 2025
Limina – Erstausgabe des ersten akademischen Fachjournals für UAP/UFO-Forschung erschienen 10. Februar 2024
Limina – Akademisches Fachjournal für UFO-UAP-Forschung gegründet 5. August 2022
Recherchequelle: SUAP, Limina
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